Genau abgeschmeckt

Christian Thielemann dirigiert an der Semperoper seine erste Premiere als Chef: Puccinis «Manon Lescaut»

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Ein Neuanfang ist das nicht, auch kein Abbiegen auf un-bekanntes Terrain. Giacomo Puccini und Christian Thielemann, die beiden kennen sich. 2003 dirigierte Thielemann, damals noch GMD der Deutschen Oper Berlin, eine konzertante «Suor Angelica» an seinem Haus. Ein Jahr später folgte dort «La fanciulla del West», inszeniert von Vera Nemirova. Mehr Italienisches war in der Hauptstadt geplant, ein ganzes «Trittico» zum Beispiel, doch der große Krach machte das zunichte.

Was Thielemann an der Dresdner Semperoper vorhat, ist leicht nachzuvollziehen: Er nimmt den Faden wieder auf.

Die erste Premiere als Chefdirigent der Staatskapelle mit «Manon Lescaut» ist allerdings schon eine Besonderheit – und im Wagner-Jahr für seinen dirigierenden Stellvertreter auf Erden fast schon etwas frivol. Nächstes Jahr folgt an der Elbe Verdis «Simon Boccanegra», vom Doppel «Cavalleria/Bajazzo» wird geraunt. «Wagner und Strauss haben wir gerade in Dresden automatisch im Herzen», sagt Thielemann. Umso lohnender sei doch deshalb der Blick auf anderes.

Szenisch ist diese «Manon Lescaut» keine Neuheit, sondern von der Grazer Oper importiert. Stefan Herheims Stoppuhr-getimte, aufwändige, akribische Arbeit ließ ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Markus Thiel

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