Bei Ankauf Mord

Wien: Staatsoper: Hindemith: Cardillac

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Max Schreck hieß sinnigerweise der Schauspieler, der in Murnaus «Nosferatu» von 1922 die nämliche Schauergestalt spielte. 88 Jahre später begegnen wir seinem Klon auf der Bühne der Wiener Staatsoper – in Sven-Eric Bechtolfs Neuinszenierung von Paul Hindemiths Art-and-Crime-Oper «Cardillac», der ersten Premiere unter Direktor Dominique Meyer. Die Nosferatu-Gestalt erscheint nur kurz – als eine Art Kammerdiener in der Szene des Königsbesuchs beim Titelhelden.

Doch ist sie Teil des visuellen Konzepts, mit dem Bühnenbildner Rolf Glittenberg die schräge Optik des expressionistischen deutschen Stummfilms zitiert, inklusive der dafür typischen Schattenspiele. Man mag bei Cardillac (dem sonoren Juha Uusitalo) an Werner Krauss als Doktor Caligari denken, auch die Vorbilder der weiteren Akteure (herauszuheben sindJuliane Banse als vorzüglich singende Tochter Cardillacs sowie der markante Herbert Lippert als Offizier) lassen sich im Bereich der stummen Filmoper aus den 1920er Jahren orten.

Sofort stellt sich ein Déjà-vu-Erlebnis ein: «‹Cardillac› entstand in der Zeit des großen deutschen expressionistischen Films: Nosferatu, Caligari, Metropolis. Rein stilistisch lokalisiere ich ‹Cardillac› ...

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Opernwelt Dezember 2010
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché

Vergriffen
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