Mit Lady Di in den Hades
Euripides’ und Glucks «Alceste» gegen den Strich gebürstet: Nicht die bekannte Geschichte einer den Tod überwindenden Liebe kommt auf die Bühne des Teatro Real; vielmehr erzählt der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski von der Flucht aus einer schwierigen Ehe in den Tod. Seine Alceste lebt die letzten Jahre der Lady Diana, Princess of Wales, nach. So wird denn, bevor Ivor Bolton, der künftige Madrider Musikdirektor, den Taktstock zur Ouvertüre hebt, auf einer riesigen Leinwand ein nachgestelltes Fernsehinterview mit ihr eingespielt.
Darin legt sie dar, warum sie keinen anderen Ausweg als die Scheidung von ihrem Gemahl sieht. Aber da spricht nicht Lady Di, sondern die deutsche Sopranistin Angela Denoke.
Als Alceste besucht sie ein Krankenhaus, nimmt an einem Bankett teil; die Szenerie ist von Malgorzata Szczesniak, der langjährigen Weggefährtin des Regisseurs, in kühlem Weiß, Grau, Silber, mit klaren Linien eingerichtet. Dem kranken König Admète (Paul Groves) wird eröffnet, dass er bald sterben müsse – es sei denn, ein anderer Mensch gehe für ihn in den Tod. Er fragt seine Eltern, diese wenden sich ab. Alceste aber erklärt, sie liebe ihn so sehr, dass sie auch für ihn zu ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Thomas Urban
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Die Oper ist ein unmögliches Kunstwerk.» Mit diesem verbalen Paukenschlag hat Oscar Bie 1913 sein brillantes, noch immer lesenswertes Buch «Die Oper» eröffnet. Carolyn Abbate und Roger Parker sind derselben Meinung. Die beiden renommierten angloamerikanischen Musikwissenschaftler geben sich allerdings entschieden konservativer als der deutsche Kulturhistoriker,...
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