Märchen in der Provinz
Von Wien nach Osten parallel zur Donau. Zunächst Schwechat: der Flughafen, die Raffinerien. Der Kern der alten Kaiserstadt atmet noch den alten Charme. Die Außenbezirke dagegen zeigen den Moloch, der Wien auch ist. Die Autobahn nach Bratislava, nach Budapest führt schnell heraus ins Länderdreieck zwischen Österreich, der Slowakischen Republik und Ungarn. Pannonien nennt sich die Gegend, im Norden und Osten begrenzt von der Donau, die bei Bratislava, dem alten Pressburg, nach Süden abbiegt. Im Westen das Leithagebirge, eine sanfte Hügelkette.
Sie trennt das Wiener Becken vom Burgenland. Im Süden der Neusiedlersee. Die Landschaft ist mild und weich. Donauschwemmland. Wer die Landstraßen nimmt, fährt auf Alleen. Links ein Schlösschen, rechts Rebzeilen ohne Ende.
Pannonien – kaum eine Landschaft ist so eng mit einem Komponisten verbunden wie diese mit Franz Joseph Haydn. Er ist hier geboren und hat hier Jahrzehnte gelebt und gearbeitet. Im niederösterreichischen Dorf Rohrau kam er zur Welt, in Hainburg an der Donau verbrachte er seine ersten Schuljahre. Im heute burgenländischen Eisenstadt und im ungarischen Fertöd diente er als Kapellmeister der fürstlichen Familie Esterházy. In ...
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