Schlüssig, ausgewogen
Schon ein Jahr nach der Uraufführung kamen Francis Poulencs «Dialogues des Carmélites» 1958 im Teatro Nacional de São Carlos heraus – zunächst auf Italienisch. 1970 spielte man das Stück dort erstmals in der französischen Originalfassung. Nun, nach 45 Jahren, erfuhr der Dreiakter in Lissabon eine weitere Neudeutung – mit ausnahmslos portugiesischen Sängerinnen und Sängern.
Möglich wurde die dritte Begegnung mit Poulencs Klosterdrama als Koproduktion mit dem renommierten Teatro da Cornucópia, das nicht zuletzt den Regisseur Luís Miguel Cintra sowie die Bühnen- und Kostümbildnerin Cristina Reis stellte.
Rigorose Sparzwänge, eine seit Jahren instabile künstlerische Leitung, ein drastisch reduzierter Spielplan – unter diesen Umständen konnte das Projekt von der erprobten künstlerischen Zusammenarbeit von Regie, musikalischer Leitung – João Paulo Santos führte das Orchestra Sinfónica Portuguesa und den Chor des Nationaltheaters – und einem erfahrenen einheimischen Solistenensemble nur profitieren. Resultat: eine bemerkenswert schlüssige Gesamtleistung, ausgewogen die Mischung von Stimmen und Rollenporträts. Luís Miguel Cintra verzichtete auf Effekte, seine Personenführung war von ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Manuel Pedro Ferreira
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