Art Nouveau: Satyrspiele
Dass der bärtige Sarastro in dieser Produktion von Mozarts «Zauberflöte» den Betrachter an Gustav Klimt erinnert, war von Regisseur András Almási-Tóth (der im Übrigen mit einer sehr individuellen Fassung dieser Oper, mit zahlreichen überraschenden Umstellungen, aufwartete) vielleicht nicht beabsichtigt, ist aber doch kein Zufall. Denn zum einen geriert der Oberpriester sich hier wie der Wiener Muster-Maler des Fin de Siècle als Satyr, scheint Beziehungen zu Tochter Pamina wie ihrer Mutter zu haben.
Zum anderen sind Szene und Kostüme im Stil des Art Nouveau gehalten und reflektieren damit den des Gebäudes, der Budapester Liszt-Musikhochschule, zitieren beispielsweise das das Foyer dominierende Gemälde «Pilgerschaft zu den Quellen der Kunst» (nicht von Klimt freilich, sondern von Aladár Körösföi-Kriesch).
Mit dieser Produktion wurde im Dezember der Kammermusiksaal der Hochschule nach gründlicher Renovierung wie sein bereits im Oktober wiedereröffneter großer Bruder (siehe OW 12/2013) dem Musikbetrieb übergeben. Er trägt den Namen von Sir Georg Solti, einem der großen Absolventen jener Hochschule, und soll in Zukunft vor allem dem Musiktheater dienen – wobei Éva Marton, emeritierter ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Gerhard Persché
Christian Gerhaher hat in Kanada mit Kent Nagano und dem Orchestre symphonique de Montréal die «Lieder eines fahrenden Gesellen» erstmals in der Orchesterfassung eingespielt, außerdem die «Kindertotenlieder» und «Rückert-Lieder». Die neue CD ist gleich zweimal erschienen. Einmal einzeln, einmal als Teil einer Sammler-Edition mit dreizehn CDs. Die Gerhaher-Box...
Frau Scotto, auf der Bühne haben Sie es immer verstanden, mit Ihrem Publikum zu spielen, es in den Bann zu ziehen, ja geradezu zu dominieren. War das Absicht?
Ja, ich muss zugeben, das ist genau das, was ich wollte. Um einen Charakter glaubhaft zu machen, muss man das Publikum packen. Man muss verführen! Ich konnte das immer schon. Ich war darin ein Naturtalent.
Na...
Mancherorts heißt’s Kinder-, anderswo Jugendoper, doch Freiburg hat sich wie Aachen für eine «Familienoper» entschieden. Stofflieferant für «Oscar und die Dame in Rosa» ist der französische Erzähler Eric-Emmanuel Schmitt. Sein kleiner krebskranker Titelheld schaffte schnell den Sprung auf die Theaterbühne und die Filmleinwand. Auf die Opernszene verhalf ihm nun der...
