Zwischenapplaus
Das Verdi-Jahr auf Silberscheiben? Im Grunde eine Enttäuschung. Gut, diverse Star-Recitals wurden produziert, doch das eher für die schnelle Kasse, weniger für erhellende Neuansätze. Zum Thema Gesamtaufnahmen, so suggeriert es die vereinigte Label-Front, scheint alles gesagt. Fast, wie ein Live-Mitschnitt aus dem Gießener Stadttheater zeigt. Und dann auch noch «Oberto», jene erste Oper des Meisters, die zwar fest in den Formen der Belcanto-Ära wurzelt, aber schon jene Energieausschläge erreicht, die auch den frühen Verdi unwiderstehlich machen.
Aus drei konzertanten Aufführungen entstand diese Einspielung. Und sie hat harte Konkurrenz auf dem Markt. Doch das betrifft eher die Sänger. Gegen die Dirigenten Lamberto Gardelli und Neville Marriner kann sich Michael Hofstetter mehr als behaupten. Der Gießener Chef, sozialisiert durch die Alte Musik, hat sich tief in die Partitur hineingedacht. Und er macht nicht den Fehler, dieses Früh-Stück mit krachenden Rhythmen und schrundigen Akzenten aufzudonnern. Überrumpelnde Verve, dramatische Zuspitzungen, treibendes Brio, all das gibt es auch bei Hofstetter. Aber dazu eben viel Klangbewusstsein, Substanz, Auflichtungen – und ein ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Markus Thiel
Dass der bärtige Sarastro in dieser Produktion von Mozarts «Zauberflöte» den Betrachter an Gustav Klimt erinnert, war von Regisseur András Almási-Tóth (der im Übrigen mit einer sehr individuellen Fassung dieser Oper, mit zahlreichen überraschenden Umstellungen, aufwartete) vielleicht nicht beabsichtigt, ist aber doch kein Zufall. Denn zum einen geriert der...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
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– Der Barbier von Sevilla: 1.
– Verdi, Don Carlo: 9. (P), 15., 23.2.; 8., 16., 21., 23., 29.3.; 11., 19., 26.4.;...
Valery Gergiev hat derzeit andere Sorgen als seine Aufnahmen. Auf dem Höhepunkt seiner Macht und im Jahr der Eröffnung von Mariinsky II (siehe OW 6/2013) wurde gegen ihn demonstriert. Nicht gerade Alltagserfahrung für einen Dirigenten. Seine Kumpanei mit Putin und seine mangelnde Distanz zu dessen Gesetzgebung hat eine Welle der Empörung ausgelöst – in New York...
