Akustische Bühne

Carl Orffs «Oedipus» in einer Funkproduktion aus dem Jahr 1961

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Dass Orffs Version von Sophokles’ Trauerspiel «Oedipus» in der Übersetzung Friedrich Hölderlins einen spannenden Theaterabend trägt, hat eindrucksvoll John Dews Darmstädter Inszenierung bewiesen, die inzwischen auch auf DVD vorliegt (siehe OW 1/2007 bzw. 12/2011).

Die asketische Reduktion des Werks, dem man bei seiner Stuttgarter Uraufführung 1959 Mangel an musikalischer Substanz vorwarf, kann auch beim bloßen Hören fesseln – das ist die überraschende Erfahrung einer 1961 vom NDR unter der Leitung des kurz danach verstorbenen Winfried Zillig aufgenommenen Funkproduktion, die jetzt – wohl hauptsächlich dank der Mitwirkung von Martha Mödl – erstmals auf CD vorliegt. Dabei ist Mödl die Einzige, die mit überzogen theatralischem Pathos aus der verinnerlichten Konzentration des Spiels auf das Wort ausbricht. Zillig und die übrigen Mitwirkenden – allen voran Helmut Melchert in der Titelrolle – orientieren sich weniger an der Oper als an der akustischen Bühne des Hörspiels. ­Allein schon der starke Anteil des gesprochenen und nicht durch Rhythmus und Klang überhöhten Worts in Orffs Einrichtung rechtfertigt dies Vorgehen, das zu einer Differenzierung der Artikulation gerade auch in den ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Uwe Schweikert

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