Auf dem Atem, aus dem Herzen

Anja Harteros triumphiert an der Bayerischen Staatsoper in «La forza del destino» mit einem weiteren Verdi-Rollendebüt

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Nicht ein Kreuz ist es, das sich mahnend erhebt. Ein ganzer Haufen Kruzifixe quillt aus dem Hintergrund. Eine Hal­de oder eine weiße Hecke, die Leonora Schutz bietet vor der Unbill der Welt, besonders vor ihrer seltsamen Familie. Doch hat sich Anja Harteros herausgearbeitet zu Verdis drängelnden Rhythmen und erobert sich ihr erstes «Pace» mit betörender messa di voce. Dann passiert es. Als ob eine unsichtbare Hand all das szenische Glutamat entfernt hätte, erscheint einem dieser Moment. Und wichtig ist plötzlich nur noch eines: der singende Mensch.



Es ist ihre bislang beste Rolle, die mit heftigen Ovationen gefeierte Leonora in «La forza del destino». Anja Harteros führt an der Bayerischen Staatsoper vor: Gestaltung, Durchdringung einer Partie, Reaktion auf andere und anderes, Gesten, Einsatz der vokalen Mittel – all das ist das Ergebnis von Text- und Phrasenreflexion. Nicht von ­außen kann das hergestellt werden, durch ein Konzept, sondern nur durch den Interpreten selbst.

Mit dem Debüt als «Forza»-Leonora hat sich die Sopranistin endgültig in den Opern-Olymp ­gesungen. Auch, weil nun die Forte-Entladungen, die Spitzentöne stabiler sind als noch bei der «Trovatore»-Leonora einige ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Markus Thiel

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