Editorial November

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Erinnert sich noch jemand? Als im April 2007 die ersten Bautrupps anrückten, um auf dem Dach eines alten Hafenspeichers die neue Elbphilharmonie zu errichten, war Hamburgs Bürgerschaft mächtig stolz. Die von den Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron entworfene Glaswelle auf historischem Ziegelsockel sollte für Weltgeltung sorgen, vergleichbar dem Opernhaus in Sydney. So ging der Traum. 2010 war die Eröffnung vorgesehen. Für 77 Millionen Euro werde die Hansestadt das kühnste, schickste Konzerthaus weit und breit bekommen, hieß es während der Planungen.

Dann liefen die Dinge aus dem Ruder. Die Architekten stritten mit der Baufirma, die Baufirma mit der Stadt und die Stadt mit allen – bis niemand mehr durchblickte. Ein Jahr nach Baubeginn hatten sich die Kosten vervierfacht, womöglich wird das Prestigeobjekt am Ende eine halbe Milliarde verschlingen. Fertig ist der Nobelkasten mit drei unter Glas schwingenden Sälen immer noch nicht. 2015 wird es so weit sein – heißt es jetzt. Vielleicht wird’s noch später.

Sicher ist nur, dass Kent Nagano 2015 an die Elbe kommt, um an der Staatsoper die so glücklos wie unauffällig agierende Simone Young als Generalmusikdirektor abzulösen. ...

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Opernwelt November 2012
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

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