Fritz ist Franz

Strassburg | Schreker: Der ferne Klang

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Das ist das Faszinierende an Franz Schreker: wie er in seinem «Fernen Klang» die Handlung und ihr Transportmittel eins werden lässt. Präziser: Die Musik befördert das Geschehen und ist zugleich sein Gegenstand. Das setzt sich bei der ersten französischen In­szenierung überhaupt an der elsässischen Opéra national du Rhin fort: Marko Letonja lässt in seiner ersten Einstudierung als neuer Chefdirigent von Orchestre philharmonique de Strasbourg und Oper keinen Zweifel daran, dass es um die Musik selbst geht.

Am un­überhörbarsten gegen Ende, wenn der Komponist Fritz stirbt, der ein Leben lang dem Phantom eines Idealklangs nachgejagt ist, dieweil wispernde Geigen, Harfen-Glissandi und Silbertontropfen der Celesta die körperlose Form dieses Klangs endgültig aufspüren, das volle Orchester jedoch umstandslos seinen­ es-Moll-Einspruch dagegensetzt: Basta! Aus! Tod!

Das penetrante Näherrücken des fernen Klangs via Verstärker war zuvor ganz überflüssig. Zumal Letonjas Auslegung mit dem blendend reagierenden Orchester im Ganzen spürbar auf die leisen, die poetischen Werte der Musik, auf Diskretion, aufs Dämpfen zielt. Kammerkunst für große Besetzung. Obendrein: Instrumentalzauber pur, wenn das ...

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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Heinz W. Koch

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