Macht und Ohnmacht der Bilder
Was die Ruhrtriennale von vielen anderen Festspielen unterscheidet, sind nicht zuletzt die Räume. Wer 2006 Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» sah, wird das Zusammenspiel von Zimmermanns multiperspektivischem Kugeltheater mit der monumentalen Stahlkonstruktion der Bochumer Jahrhunderthalle ebenso wenig vergessen wie die magische Aura, mit der die leergefegte Gebläsehalle im Duisburger Landschaftspark Martins «Le Vin herbé» zum Leuchten brachte. Von den stillgelegten Anlagen des Kohlebergbaus und der Stahlindustrie geht ein Sog aus, der die Fantasie der Theatermacher herausfordert.
In ihrer Nüchternheit inspirieren sie zu Visionen, die im normalen Theaterbetrieb schon die Rampe als Trennung von Bühne und Zuschauerraum ausschließt. Neben speziell für die Triennale entstandenen musikalischen Installationen zu Kompositionen von Claude Vivier («Sing für mich, Tod») und Rupert Huber («Tamar») stand beim diesjährigen, zum ersten Mal von Willy Decker geleiteten Festival Arnold Schönbergs Opernfragment «Moses und Aron» im Zentrum des Interesses.
Fast achtzig Jahre nach seinem Entstehen ist Schönbergs oratorisch-strenges Gedankendrama noch immer ein Koloss, der allein schon musikalisch die ...
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Warum, um Gottes willen, die «Taubenpost» als harmlos-versöhnlicher Schluss nach der «Stadt», diesem traumatischen Bild verlorener Liebe, und dem grausigen «Doppelgänger»? War denn jenem Verleger, der aus Franz Schuberts Liedern nach Gedichten Rellstabs und Heines den Zyklus «Schwanengesang» zusammenstellte und diesem am Schluss eben die «Taubenpost» eines gewissen...
Stück für Stück haben die Produktionen des englischen Liebhaber-Labels Opera Rara unser Bild von der italienischen Opernszene insbesondere zwischen 1840 und 1850 erweitert. Vor allem die Aufnahmen von Opern Pacinis und Mercadantes führten immer wieder vor, dass der Kampf um den ersten Platz in der Publikumsgunst damals keineswegs entschieden war. Stattdessen...
Ein Kind des Nordens war er von Anfang an. Ein Spross der Hamburger Bürgerkultur. Oder sagen wir besser: ein halber Norde, denn seine Vorfahren sollen aus dem italienischen Adelsgeschlecht d’Pazzi stammen. Dies ist zwar wohl eine Legende, sie hilft aber, Friedrich Pacius gesamteuropäisch zu verorten. Am 19. März 1809 wurde er in eine erst seit 1806 in Hamburg...
