Editorial
Kunst und Macht – das ist eine unendliche Geschichte. Eine Geschichte mit vielen Facetten. Eine, die uns bis heute in Atem hält. Und manchmal den Atem verschlägt. Dass sich Künstler immer wieder mit der Macht arrangieren oder arrangieren müssen, ist nicht neu. Mozart komponierte vor allem, zähneknirschend, im Auftrag der höfischen Gesellschaft seiner Zeit. Beethoven, Inbegriff des unabhängigen Kunst-Titanen, hatte zahlreiche blaublütige Gönner, Stützen einer schon morschen ständischen Ordnung.
Staatskünstler waren sie deshalb nicht, schrieben vielmehr Werke von universeller Geltung. Richard Strauss ließ sich vom NS-Staat einspannen, doch das ändert nichts am exzeptionellen Rang eines Komponisten, der mit «Salome» und «Elektra» die Opernmoderne des 20. Jahrhunderts einläutete. Dass Furtwängler für Hitler, Goebbels & Co. dirigierte, schmälert nicht seine künstlerische
Bedeutung. Und so fort: Die Liste könnte man um ein Vielfaches verlängern.
Auch die unglaubliche Karriere Valery Gergievs lässt sich nicht allein damit erklären, dass der Mann eine feine Nase für mächtige Unterstützer hat – in Moskau, Sankt Petersburg und anderswo. Ohne seine genialische Musikalität und Arbeitswut wäre ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff, Albrecht Thiemann
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