Schlaglichter auf den Bühnenalltag
Für viele Opernfans ist die Zürcher Oper unter der Ägide von Alexander Pereira zum Fluchtpunkt ihrer Sehnsüchte geworden: Wo sonst hätte man die Möglichkeit, eine derartige Repertoirevielfalt (zumindest was die Opernliteratur vor 1930 betrifft) mit so luxuriösen Besetzungen, obendrein in vergleichsweise intimem Rahmen zu erleben? Und das auch noch in Inszenierungen, die in der Regel einen konsensfähigen Mittelweg zwischen großer Oper und modernem Musiktheater bieten. Kein Wunder, dass die DVD-Produzenten am Limmatquai Schlange stehen.
Bei verschiedenen Firmen ist mittlerweile ein beachtlicher Teil der Zürcher Neuproduktionen der letzten Jahre dokumentiert – Arthaus und TDK, aber auch die Branchenriesen Universal und EMI haben «Oper made in Zürich» im Programm. In gewisser Weise ersetzen diese meist aus drei, vier Abenden zusammengeschnittenen DVDs damit die illegalen Live-Mitschnitte früherer Zeiten und sind zwangsläufig eher Momentaufnahmen aus dem Repertoirealltag mit den üblichen Stärken und Schwächen als echte Referenzaufnahmen.
Auch der bei Arthaus veröffentlichte «Rigoletto» ist solch ein Beispiel für einen «normalen» Zürcher Opernabend. Im Zentrum steht mit Leo Nucci eine ...
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Bis zur aktuellen Spielzeit hatte Plácido Domingo nur einen kurzen Blick auf das Repertoire des Barock geworfen: 1966 trat er in Boston an der Seite von Beverly Sills in einer Produktion von Rameaus «Hippolyte et Aricie» auf. Freilich hat er immer wieder betont, dass er sich mit der Musik dieser Epoche weiter beschäftigen wolle. Glucks Baritonpartie des Oreste...
Reinhard Keisers für die Oper am Hamburger Gänsemarkt geschriebenes Opus über den «hochmütigen, gestürzten und wieder erhabenen Croesus» enthält genug action, um davon sechs Folgen einer Daily Soap zu bestreiten. Das 1711 uraufgeführte und 1730 überarbeitete Stück, das Opera North unter dem Titel «The Fortunes of King Croesus» derzeit als britische Erstaufführung...
In den Wochen vor Weihnachten schätzen Opernhäuser vor allem ein Elixier: Das Geld soll in den Kassen klingeln. Meist suchen sie dieses Ziel mit einem zarten Lächeln und einem Schuss eskapistischer Romantik zu erreichen. Das funktioniert normalerweise schon ganz gut, wenn «L’elisir d’amore» auf dem Spielplan steht. Doch diesmal ging die Royal Opera in London auf...
