Verdi: La forza del destino
Noch vor der Ouvertüre baumelt ein riesiges Weihrauchfass über die Bühne. Dann verschwindet es, um erst in der letzten Szene wieder aufzutauchen. Es liegt im zersplitterten Bühnenboden – eine Bruchlandung. Natürlich ist das symbolisch gemeint. Natürlich ist eine solche Klammer zwischen Anfang und Ende immer wirkungsvoll. Doch zu retten ist dieser Abend mit solchen Einfällen nicht. Christian Schullers Inszenierung von Verdis «Forza del destino» kommt nie richtig in Gang. Die ersten beiden Akte gähnen Langeweile, Bewegungsarmut, Einfallsnotstand.
Zu Beginn bewegen sich die Figuren in grauem Wartesaal statisch nebeneinander her, mehr zum Publikum hingewandt als aufeinander eingehend.
Die folgenden Akte gewinnen ein wenig an Fahrt, ohne den Abend aus der Mittelmäßigkeit retten zu können. Während Einzelideen – wie die Verortung des Geschehens zwischen improvisiertem Kriegslazarett und Prellbock – durchaus überzeugen, bleiben manche Szene sowie die Konzeption einzelner Figuren, allen voran der Preziosilla, überaus fragwürdig. Das permanente Geklimpere mit Waffen in den letzten Akten und die teilnahmslos wirkenden Gesten der Figuren, während Existenzielles wie Hass und Liebe, Hingabe ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opern nach Shakespeares «Sturm» haben derzeit Hochkonjunktur: Die Uraufführung von Thomas Adès’ Vertonung liegt noch nicht lange zurück (siehe OW 4/2004 und 1/2006), da lässt Luca Lombardi mit «Prospero» in Nürnberg die gute alte Literaturoper wieder auferstehen (Libretto: Friedrich Christian Delius). Helmut Oehring dagegen nutzt in «Unsichtbar Land» mit dem...
Die gepuderte Perücke taucht aus dem aufgeschäumten Kaffeeobers auf. Oder versinkt sie darin? «Latte Amadeus – mit einem Hauch von Mozart» ist die gastronomische Variante des Feldkirch Festivals 2006, wenn man so will eine ganz konsequente. Denn auch in der «kleinen historischen Stadt» (Fremdenverkehrsprospekt) auf der vorarlbergischen Alpenrheinseite hat der...
Man liebt sich, man fetzt sich. Statt der üblichen Abgangsarie hören wir ein Duett. Poro und Cleofide fauchen sich an wie Katzen und werfen sich die reizenden Melodien an den Kopf, mit denen sie sich eben noch ihre Treue versichert haben. Kurz darauf, nach der Pause, sind beide wieder in zärtlichstem fis-moll vereint, largo und pianissimo. Und das ist auch nötig,...
