Spiel der Herzen
Man muss nicht immer Opern gegen den Strich bürsten. Stoffe wie «Così fan tutte» entfalten gerade ohne krampfhafte Aktualisierung großen Reiz. Bei der Züricher Neuproduktion verlegt Sven-Eric Bechtolf die Geschichte in die Entstehungszeit des Werkes. Im wissenschaftsgläubigen Zeitalter der Aufklärung ist der von Don Alfonso (präsent: Oliver Widmer) angeregte Frauentreuetest ein Experiment. Die erste Szene auf der noch verengten Bühne wirkt wie ein Prolog. In einer Glasvitrine im Hintergrund stehen Tierskelette, Metronome, Apothekerfläschchen und Schmetterlingssammlungen.
Die Männer tragen Perücken und weiße Gehröcke (Kostüme: Marianne Glittenberg). Welche Irrungen und Wirrungen in der folgenden Versuchsanordnung in Gang gesetzt werden, hört man bereits in der Ouvertüre. Das Tempo, das Franz Welser-Möst im schnellen Teil anschlägt, ist extrem schnell. Die Imitationen der Holzbläser sind hart an der Grenze des Spielbaren, die Ablösungen zunächst noch etwas verwackelt. Aber schon bald hat sich das mit Barocktrompeten, Naturhörnern und Hammerflügel historisierte Orchester der Züricher Oper freigespielt. Franz Welser-Möst ist ganz nah bei den Sängern. Solche Pianokultur erlebt man ...
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Eine Komplilation mit vielen alten Bekannten. EMI hat aus den Katalogen ein paar Höhepunkte zusammengesucht, Mittelmaß ist auch dabei. Vor allem fragt man sich, nach welchen Prinzipien die Nummern aus einzelnen Opern ausgewählt wurden.
Natürlich steht Fritz Busch am Anfang. Von seinen frühen (1934/35) und späteren Aufnahmen (1950/51) gibt es repräsentative Auszüge....
Ein Wurf? Wenn man «Hamlet» mit den Meisterwerken von Hans Werner Henze oder mit Aribert Reimanns «Lear» vergleicht – dann gewiss nicht. Doch mit sonstigen Berliner Uraufführungen kann sich die neue Oper von Christian Jost ohne Mühe messen. Der Publikumserfolg des Premierenabends galt neben dem pragmatisch zupackenden Gestus vor allem der Tatsache, dass hier...
Als die Met 1991 John Coriglianos «The Ghosts of Versailles» herausbrachte, war jedem klar, dass die Oper zu lang ist. Aber wen interessierte das? Corigliano und sein Librettist William M. Hoffmann hatten in dem von ihnen erfundenen Genre der grand opera buffa eine mitreißende Arbeit abgeliefert, in der Mozarts und Rossinis «Figaro»-Personal auf die Gespenster...
