Schmerzliche Walzer
Die finnische Mezzosopranistin Virpi Räisänen gehört zu einer neuen Generation von Sängerinnen und Sängern, die sich ihr Repertoire quer durch die Stile und Epochen erarbeiten. Glucks Orfeo und die Dorabella singt sie ebenso selbstverständlich wie Berios «Sequenza III». In Salzburg trat sie in Rihms «Dionysos» und in «Al gran sole» von Nono auf, und als ausgebildete Geigerin begleitet sie sich selbst auf dem Instrument in Werken, die extra für sie geschrieben wurden. Ungewöhnliche Wege schlägt Virpi Räisänen auch auf ihrer Debüt-CD mit Liedern von Mahler bis Britten ein.
Die Auswahl der Stücke verrät Mut zum Randständigen, wobei ein Schwerpunkt auf den Frühwerken der Komponisten liegt. Von Mahler erklingen sechs der in den 1880er-Jahren komponierten «Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit», vom jungen Alban Berg Lieder im spätromantischen Tonfall. Ein brillanter Einfall war es, die beiden 1907 und 1925 entstandenen Versionen des Lieds «Schließe mir die Augen beide» nach Theodor Storm nebeneinander zu stellen, denn so zeigt sich schockartig der durch die Preisgabe der Tonalität verursachte Bruch in Bergs Schaffen. Drei Titel aus den stilistisch schillernden «Brettl-Liedern» von ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Max Nyffeler
Wenzel Strapinski kann es gar nicht fassen: Die Bewohner des Städtchens Goldach halten ihn tatsächlich für einen Grafen! Dabei ist er doch nur ein armes Schneiderlein. Sicher, er trägt einen edlen Mantel – doch der ist sein einziger Besitz, eine wärmende Werbefläche gewissermaßen, Vorzeigeobjekt seiner Handwerkskunst mit Nadel und Faden. Das Theater Vorpommern...
Vor 24 Jahren kam Janáceks «Katja Kabanova» in Regensburg zuletzt heraus. Es war die erste Spielzeit von Marietheres List als Intendantin. Nun steht das Stück in der ersten Spielzeit ihres Nach-Nachfolgers Jens Neundorff von Enzberg wieder auf dem Spielplan. Brigitte Fassbaender inszeniert, die Ausstattung stammt von Dorit Lievenbrück. Die Regisseurin rückte die...
Ganz schön kompliziert, dieser «Ring». All die Fabelwesen mit den drolligen Namen, all die verworrenen Geschichten vom Urschleim bis zum Weltenbrand. Und erst das, was da aus dem Orchestergraben rauscht. Tönende Signale, die ständig auf irgendwen verweisen oder an irgendwas erinnern. Da kann man als Anfänger schnell den Überblick verlieren. Wer sich einfach so in...
