Nussknacker

Gibt es derzeit einen präziseren Sängerdarsteller als ihn? Sein Beckmesser in den Bayreuther «Meistersingern»: eine bezwingende Mischung aus realer Tragik und surrealer Komik. Sein Šiškov im Frankfurter «Totenhaus»: eine bestürzende Balance zwischen introvertierter Seelenschau und natürlicher Expressivität. Johannes Martin Kränzle setzt Maßstäbe – als Teamplayer

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Als er vor sieben Jahren zum ersten Mal «Sänger des Jahres» wurde, gehörte er noch zum Ensemble der Frankfurter Oper. Es war die Zeit seiner Debüts an der Mailänder Scala und der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und in Glyndebourne. Dort gastierte Johannes Martin Kränzle seinerzeit mit jener Partie, die ihn 2014 an die Met, 2017 nach Covent Garden, schließlich nach Bayreuth führen sollte: dem Beckmesser in Wagners «Meistersingern». Auch an seinem ehemaligen Stammhaus erregte der Bariton jüngst Aufsehen – als Šiškov in Janáčeks «Totenhaus».

Dass er nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung überhaupt wieder auf der Bühne stehen darf, begreift der 58-Jährige als Geschenk, ja als Wunder. Ein Wunder, das aus jedem seiner intensiven Rollenporträts spricht


Es stinkt, die Kollegen können das bezeugen. Was eben Käsebrote mitunter so an sich haben, wenn man sie auspackt. Dieser Mann tut es genussvoll, mit mutmaßlich steigendem Wasserpegel im Mund, dabei etwas abseits sitzend, aber diese Position ist er ja gewöhnt. Abgebissen wird nur ein bisschen, das Rascheln beim Einpacken provoziert eine unwirsche Armbewegung von Sachs. Vorbei das kleine, kurze Glück. Zurück ist die so ...

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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Sänger des Jahres, Seite 18
von Markus Thiel

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