Tanz der Vampire
153 Jahre moderte Charles Gounods zweite, 1854 uraufgeführte Oper «La nonne sanglante» («Die blutige Nonne») in den Archiven, ehe sie jetzt in Osnabrück der Vergessenheit entrissen wurde. Seinerzeit hatte der neue Direktor der Pariser Opéra das von seinem Vorgänger in Auftrag gegebene Werk abgesetzt, weil es durch die Verquickung von Elementen des Schauerdramas mit religiösen Motiven in konservativen Kreisen Anstoß erregte.
Das Libretto des Textfabrikanten Eugène Scribe war ursprünglich für Berlioz bestimmt gewesen, der das Buch zurückgab, nachdem er sich jahrelang vergeblich damit abgequält hatte. Berlioz’ Fragment liegt inzwischen in der «New Berlioz Edition» vor und wurde im vergangenen Jahr in Montpellier konzertant erstaufgeführt.
Berlioz hat später Scribes Text, dem eine Episode aus dem damals in ganz Europa verbreiteten englischen Schauerroman «The Monk» von Matthew Gregory Lewis zugrunde liegt, als «platt und langweilig» bezeichnet – ein Urteil, das die deutsche Erstaufführung in Osnabrück nicht bestätigt. Durch eine Hochzeit soll die Todfeindschaft zwischen den Häusern Luddorf und Moldaw beigelegt werden. Aber Moldaws Tochter Agnès schlägt die Hand von Luddorfs Sohn ...
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