«Fuck the System»
Leisten wir uns ruhig mal ein bisschen Name-Dropping. Das Stück hat es verdient. Gustav Mahler dirigierte «Dalibor» als Antrittspremiere an der Wiener Hofoper. 1897 war das – und gewiss kein Zufall. Die Titelpartie sang Hermann Winkelmann, jener Tenor, den Richard Wagner sich als ersten Parsifal nach Bayreuth geholt hatte. Schon vor Mahler hatte sich Münchens Musikchef Hermann Levi «Dalibor» gewidmet, ebenfalls mit dem führenden Heldentenor seines Hauses. Auch Bruno Walter leitete den «Dalibor».
Zu den Sängern der Titelpartie gehörte später Franz Völker, der größte Lohengrin seiner Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte Rafael Kubelik beim Bayerischen Rundfunk für eine konzertante Aufführung, deren Mitschnitt bis heute als Maßstab gilt: 1969 sang mit Sándor Kónya wieder der wichtigste Lohengrin seiner Zeit. An der Wiener Staatsoper kam fast zeitgleich eine Premiere heraus, bei der die Sopranistin der Star war: Leonie Rysanek. Die Aufführung, dirigiert von Josef Krips, wurde – wie das in Wien oft so ist – als Sängerfest gegeben. Das Stück war allerdings grauslig zusammengekürzt. Auch das kann man heute noch nachhören. Knapp zehn Jahre später setzte sich kein Geringerer als Charles ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch
Ich gestehe es freimütig: Ich liebe Schnittchen. Aber nicht diese luxuriösen Exemplare, die bei Premierenfeiern und anderen vergleichbaren repräsentativen Empfängen herumgereicht werden. Ich meine Schnittchen in Reinkultur. Da, wo ich herkomme, nennt man sie Bütterken. Am liebsten mag ich die mit Gouda. Über ein echtes Käse-Bütterken, wie ich es allmorgens auch...
Diese Produktion ist ein bedeutender Beitrag zum Offenbach-Jahr. Weil sie hilft, die gedankliche Brücke zu schlagen von den grell-geistreichen Sozialsatiren zu «Hoffmanns Erzählungen». Unmittelbar vor «Fantasio» entstanden, im Sommer 1869, für ein Gastspiel der «Bouffes-Parisiens» in Baden-Baden, zeigt auch «Die Prinzessin von Trapezunt», wie sich die...
Der russische Komponist Alexander Wustin, geboren 1943, hat sich den Ruf eines ernsthaften, tiefgründigen Avantgardisten erworben. Sein intensives Erleben der Zeitgeschichte als Raum für das aktuelle Musikschaffen lässt ihn in gewisser Weise zu einem Erben Anton Weberns werden. Vladimir Jurowski, seit 2011 Leiter der Jewgenij-Swetlanow-Symphoniker, ernannte Wustin...
