Mitten unter uns
Der Glaube an die bewusstseinsverändernde Kraft des Theaters hat seine besten Tage hinter sich. Die aristotelische Katharsis, das Lessing’sche Vertrauen in die sittliche Wirkung der Empathie, der Schiller’sche Ruf nach der Schaubühne als moralischer Anstalt – all das kommt uns heute wie Schnee von gestern vor. Aus vielen Gründen. Vor allem wohl, weil die Bühne Anfang des 21. Jahrhunderts als Forum der Verständigung über Individuum und Gesellschaft nur noch eine Nebenrolle spielt.
Die antiken Götter sind entmachtet, die Rebellion des (längst seinerseits erodierenden) Bürgertums gegen die Aristokratie ist erledigt. Und das, was man demokratische Teilhabe nennt, ist aus Parlament und Parkett auf den Bildschirm abgewandert, in die Talkshows des Fernsehens oder die (Chat-)Foren des Internets. Auf der Strecke blieb dabei nicht zuletzt die Vision eines politischen Theaters, das – im Geiste Bert Brechts und Antonio Gramscis – von einer Revolution in den Köpfen träumte, die am Ende eben doch zu der von Marx prognostizierten radikalen Umwälzung der sozialen Verhältnisse und zum Ende der «Vorgeschichte» führen werde.
In dieser Tradition stehen die beiden Bühnenwerke Luigi Nonos: «Intolleranza ...
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Mit seiner fünfzehnten Oper, dem im Dezember 1849 in Neapel uraufgeführten melodramma tragico «Luisa Miller», hat Verdi die Schwelle der Meisterschaft erreicht. Und dennoch wird dieses Stück, in dem er, drei Jahre vor der ungleich erfolgreicheren «Traviata», in Anlehnung an Schillers «Kabale und Liebe» erstmals einen intimen Stoff gestaltet, nur selten aufgeführt....
ARTE
1.11. – 0.30 Uhr
Es wird einmal gewesen sein.
Dokumentarfilm von Anca Miruna Lazarescu über John Cages Musikstück «Organ2/ASLSP».
1./17./25./29.11. – 6.00 Uhr
Garrick Ohlson spielt Chopin: Klavierkonzert Nr. 1.
1.11. – 22.05 Uhr
Janácek: Aus einem Totenhaus.
Aix-en-Provence 2007. Musikalische Leitung: Pierre Boulez, Inszenierung: Patrice Chéreau. Solisten: Olaf Bär,...
Ehre sei den Provisorien. Ohne die wäre vieles im Laufe der Musikgeschichte gar nicht zustande gekommen. Strawinskys «Histoire du Soldat» beispielsweise. Eine ganze Opernästhetik basierte wortwörtlich auf einer winzigen Behelfsbühne: dem «Nudelbrett» der Darmstädter Orangerie in der überaus kreativen Ära Harro Dicks vor dem Umzug ins neue Staatstheater. Begrenzung...
