Der frisch polierte Guss

«Benvenuto Cellini» von Hector Berlioz in der vollständigen Urfassung

Opernwelt - Logo

Hector Berlioz‘ Künstleroper «Benvenuto Cellini» teilt mit Jacques Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann» das Schicksal, dass sie lange Zeit in einer von der ursprünglichen Konzeption des Komponisten weit abweichenden Fassung aufgeführt wurde. Im Falle des «Cellini» war das eine unter Beteiligung von Berlioz und Liszt erstellte Bearbeitung für eine Inszenierung in Weimar 1852, deren Druck weit reichende Eingriffe und Striche bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zementierte.

Erst 1972 legte Colin Davis eine auf einer Aufführung an Covent Garden 1966 basierende Einspielung des «Benvenuto Cellini» vor, die eine Rekonstruktion jener ursprünglichen Version darstellt, die Berlioz für die Uraufführung 1838 an der Pariser Opéra komponiert hatte. Weder die Kürzungen für Proben und Aufführung wurden hier berücksichtigt, noch die Streichungen und Änderungen für die Weimarer Einstudierung, allerdings oft die für die Urauffüh­rung entstandenen Varianten. Sogar die ursprünglich für eine Opéra comique geplanten Dialoge wurden hier anstelle der Rezitative wiederhergestellt. Immerhin hatte Berlioz 1863 einen Klavierauszug autorisiert, der die Rezitative auslässt, stattdessen aber Stichworte für die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2005
Rubrik: Platten, Seite 59
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kurpfälzische Opernwerkstatt

Ein wahrhaft kulinarisches Vergnügen bietet das Buch «Hofoper in Schwetzingen». Es vereinigt die Faktentreue wissenschaftlichen Anspruchs und die exquisite Ausstattung eines «Coffee Table Book». Schön und zuverlässig, genau und sinnlich berichtet es vom ältesten erhaltenen Rangtheater in Deutschland. 1753 wurde das Schloss­theater in der Sommerresidenz des...

Editorial

Eine Schlüsselpassage in Luigi Nonos Proteststück «Intolleranza 1960» gehört dem Chor: «Lebendig ist, wer das Licht erwartet in den Tagen des schwarzen Sturms». Als der Chor des Saarländischen Staatstheaters das bei der Premiere im September 2004 sang – es war ein regional wie überregional gefeierter Spielzeit­auftakt, nicht nur wegen der Bühne des Stararchitekten...

Bloch: Macbeth

Ernest Blochs einzige Oper «Macbeth» ist ein Jugendwerk des später vor allem durch seine hebräische Rhapsodie «Schelomo» bekannt gewordenen Komponis­ten. Das Libretto von Edmond Fleg hält sich eng an die Vorlage von Shakespeares Tragödie. Selbst bei Verdi gestrichene Passagen wie die groteske Szene des betrunkenen Pförtners und den Gräuelmord an Macduffs Frau und...