Unter Schock

New York, Britten: Peter Grimes

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Mozart, Wagner, Massenet, Puccini, Strauss, Berg – Donald Runnicles hat an der Met bereits ein breites Repertoire dirigiert. Das Ergebnis bewegte sich dabei eher auf Alltags- als auf Festspielniveau. Die Premiere der neuen Produktion von Brittens «Peter Grimes» ergab ein anderes Bild. Runnicles gelang eine erstklassige Aufführung, vom ersten bis zum letzten Takt: nicht weniger packend in den Momenten gespannter Stille als in den stürmischen Ausbrüchen, die Orchesterzwischen­spiele ebenso spannend wie der naturalistische Dialog.

Das Meer war in der Musik stets gegenwärtig, bisweilen matt, bisweilen voller Erwartung, bald erhaben, bald kosmisch indifferent. Der von Donald Palumbo vorbereitete Chor war, ganz im Sinne des Stücks, die «Hauptperson» des Geschehens.
Der Titelheld bleibt ein Rätsel. Ist er Unmensch? Opfer? Das knabenhafte Gesicht, die Aura verbeulter Unschuld und die hünenhafte Statur von Anthony Dean Griffey hoben die ganze Widersprüchlichkeit der Figur hervor. Die lyrischen Naturbetrachtungen sang er poetisch verträumt, die plötzlichen Zornattacken brachen hervor wie aus höllischen Seelenqualen. Griffeys Timbre evozierte bisweilen in unheimlicher Weise Erinnerungen an Jon ...

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Opernwelt April 2008
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Matthew Gurewitsch

Vergriffen
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