Von A nach B gehen reicht nicht
Herr Nagy, Ihr Lebenslauf fordert eine Bemerkung einfach heraus: Vor etwas mehr als 24 Jahren sangen Sie als Knabensopran den Hirten im «Tannhäuser», jetzt steht Ihr Bayreuth-Debüt an. Bald können wir Sie zum Silbernen Wagner-Jubiläum beglückwünschen…
Stimmt, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Und das mit nur zwei Wagner-Partien! Ich komme ja aus der Knabenchortradition – nach dem Hirten hatte ich erst einmal viele Jahre kaum Kontakt zur Oper. Witzigerweise habe ich als Wolfram tatsächlich einige Kollegen aus dem «Tannhäuser» vor bald 25 Jahren wieder getroffen.
Sie singen Partien des lyrischen Baritonfachs. Immer wird auf die Reserven Ihrer Stimme, Ihr Volumen, den komfortablen Umfang in Höhe und Tiefe hingewiesen. Bekommen Sie auch Angebote jenseits des lyrischen Kanons?
Der Fachbegriff ist ja dehnbar – man sollte sich ihm nicht ausschließlich unterwerfen, sondern schauen, was neben dem Kernrepertoire möglich ist. Im Konzertbereich, etwa bei Bach, singe ich mit großer Begeisterung die «Bass»-Partien. Andererseits vertraue ich auf das Siegel «lyrischer Bariton». Ich würde nichts machen, was mich stimmlich auf Abwege geraten ließe. Tatsächlich ist mir in einem halbseriösen ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Interview, Seite 36
von Claus Ambrosius
«An Scheidungsgründen fehlt es nie, wenn nur der gute Wille da ist», schrieb bereits Johann Nestroy. Ab wann die Berliner Philharmoniker solch «guten Willen» zur Trennung von den Salzburger Osterfestspielen entwickelten, wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren. Faktum ist, dass das Orchester Salzburg im Jahr 2013 verlässt, vier Jahre vor der Goldenen Hochzeit –...
Kein lieto fine. Karthago geht unter. Dido ist sich sterbend darüber im Klaren, dass ihr Fall etwas für die Geschichtsbücher sein wird. Und für die Oper natürlich. Wie oft Pietro Metastasios Libretto zu «Didone abbandonata» vertont wurde, weiß niemand genau. Rund 60-mal mit Sicherheit. Johann Adolph Hasse, ein Freund des Wiener Hofpoeten, schrieb seine Version...
Ihre besten Momente hat Théodore Gouvys 1862-1864 komponierte, aber erst jetzt am Staatstheater Saarbrücken uraufgeführte Corneille-Oper «Der Cid» in den instrumentalen und den Chor-Passagen. Diese Musik schwitzt (trotz ihres martialischen Themas) nicht, möchte man mit Nietzsche sagen. Sie ist luftig instrumentiert wie Mendelssohns «Sommernachtstraum». Sie liebt...
