Die alte Operette lebt
Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus» unter Hans Rosbaud und Künnekes «Dorf ohne Glocke» unter Franz Marszalek in den vergangenen Jahren zu CD-Ehren. Die Phonoindustrie widmete sich der Operette verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Aus England kam viel Gilbert & Sullivan, Spanien investierte in die Zarzuela. Die von Walter Legge für EMI produzierten «Champagner-Operetten» (O-Ton Elisabeth Schwarzkopf) boten musikalischen Hochglanz und charmant-ironischen Tonfall. Bei den meisten EMI-Operetten war Nicolai Gedda dabei, sie entstanden seit den Endsechziger Jahren (bevorzugte Partnerin: Anneliese Rothenberger). Das Paar Margit Schramm/Rudolf Schock führte bei Eurodisc (hier rangierten Querschnitte vor Gesamtaufnahmen).
Die Verjährung von Leistungsschutzrechten hat inzwischen zu einem erhöhten Ausstoß historischer Aufnahmen geführt. So kamen auch die ...
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