Klangzauber und «style pompier»
Nun also auch das Grand Théâtre in Genf: Das größte Opernhaus der Schweiz (1488 Plätze – Zürich bringt es nur auf 1207) erstrahlt in neuem Glanz. Wie viele andere in die Jahre gekommene Theaterpaläste wurde es tiefgreifend renoviert und am 12. Februar 2019 wiedereröffnet.
Manches ist in Genf freilich anders: Die Wiedereröffnung erfolgte (fast) im Fahrplan. Allein Probleme mit dem Grundwasser verlängerten die Umbauzeit von 30 auf 36 Monate.
Es gab (fast) keine politischen Auseinandersetzungen um die (nicht unerheblichen) Kosten in Höhe von 75 Millionen Franken (umgerechnet zirka 66 Millionen Euro). Ausgerechnet ein Baubürgermeister des linksradikalen Bündnisses «Ensemble à gauche» brachte das Projekt gegen alle Widerstände zum Abschluss. Zur Erinnerung: Nach dem verheerenden Brand von 1951 sollten elf Jahre bis zur Wiedereröffnung verstreichen, weil das erste Projekt in einer Volksabstimmung abgelehnt worden war.
Diesmal ging es nur um den repräsentativen Eingangsbereich aus dem Jahre 1879. Bühne und Zuschauerraum – beides Neubauten von 1962 – waren bereits zwischen 1997 und 2006 modernisiert worden. Aber was für ein Entrée! Der reinste «style pompier»! In Genf wollte man sich ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Anselm Gerhard
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