Walhall in der Scheune
Wo kühn Kräfte sich regen ... Vor 377 Millionen Jahren rast ein Meteorit mit 100 000 Stundenkilometern auf die Erde zu, schlägt im weiland noch auf der Südhalbkugel der Erde gelegenen heutigen Mittelschweden ein. Vier Kilometer Durchmesser hatte der Himmelsriese, der Krater, den er hinterlässt, umfasst derer 50. Siljansringen nennen die Schweden diese gigantische Kuhle, idyllische Seen und Flüsse haben sie über Jahrmillionen aufgefüllt. Dichte Nadelwälder zieren die wuchtig aufgewölbten Gebirgswände.
Wo diese spektakulär gen Himmel ragen, zeigt sich die Wirkung besagter Kräfte vollends: Nur wenige Gesteinsschichten sind in der geerdeten Horizontale verblieben, die meisten ragen steil nach oben. Eine Welt aus den Fugen. Ob da die wenig wohlmeinenden Götter ihre Finger im Spiel hatten? Womöglich ein Herr Donner mit gewaltigem Hammer in den Händen?
Wer den in diesem Sommer zum Geopark aufgewerteten Märchenwald um das Flüsschen Styggforsån durchwandert, bedarf nicht des Komponisten blühender Fantasie, um hier sowohl das Personal als auch die Orte von Wagners «Rheingold» zu entdecken. Lugen aus dem Troll-Loch am Rande des Wasserfalls Styggforsån nicht die Zwerge der Nibelungen hervor? ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Peter Krause
Antonio Salieris «Tarare» ist ein veritabler Opernsolitär – zu einer Zeit, als das Musiktheater noch weitgehend normierte, standardisierte Konfektionsware bot. Anders als bei Mozarts oder Paisiellos Vertonungen von Beaumarchais’ beiden «Figaro»-Schauspielen handelt es sich bei dem 1787 an der Pariser Opéra uraufgeführten Werk um ein Originallibretto des...
Warum verwendete Händel nicht den Librettotitel «Ginevra», warum nannte er das Stück nicht wenigstens «Ariodante ed Ginevra»? Weil er ein Macho war? Wohl kaum, tragen doch zehn seiner gut 40 Opern den Namen einer Heldin, darunter meisterliche Schöpfungen wie «Agrippina» und «Alcina». Es lag zweifellos an der historischen Divergenz von Lebensläufen; hätte er Roberta...
Giuseppe Verdis «Ernani» ist eine äußerst krude Geschichte um Liebe, Verrat, Verschwörung und Rache, deren geringe Plausibilität eine größere Verbreitung verhindert hat. Dabei besitzt Verdis fünfte Oper musikalisch schon fast alles, was die späteren Werke auszeichnet: herrliche Melodien, eine raffinierte Instrumentierung und eine schon recht differenzierte...
