Schillings: Mona Lisa
Das Lächeln der Mona Lisa, schon mehr als einmal hat man ihm erotische Motive unterstellt. So auch in Max von Schillings’ einstiger Erfolgsoper «Mona Lisa», die das Staatstheater Braunschweig in mustergültiger musikalischer Interpretation wieder hervorholte. Bewusst wurde der Nazi-Günstling hier in die Reihe der als «entartet» verstoßenen Komponisten von Korngold bis Ullmann gestellt, um die musikalische Nähe der ideologisch Geschiedenen aufzuzeigen.
Jonas Alber und das Staatsorchester bieten eine farbenreiche, den dynamischen Rahmen kraftvoll ausschöpfende Interpretation.
Fantastisch der boshaft wiegende Walzertakt, zu dem Francesco seine Frau Mona Lisa zwingt, während beide wissen, dass ihr Geliebter Giovanni im luftdichten Schmuckschrank eingeschlossen ist. Für den Bassbariton Jan Zinkler ist dies prachtvolle Vorlage, um mit differenziertem Stimmeinsatz die sadistische Lust des Machtmenschen hinter der Maske hervorzupressen. Im ekstatischen Triumph überzeugt er auch mit kraftvollen Tönen, während Alber die Szene zu einer Orchestereruption Wagner'schen Ausmaßes steigert. Anna-Katharina Behnke begeistert mit ihrem variablen, zu großem Crescendo fähigen Sopran, dem sie auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Seit den 1970er-Jahren sind Werk und Person Friedrich Hölderlins ein geheimer Fixpunkt der musikalischen Avantgarde. In dieses von Maderna bis Nono, von Rihm bis Holliger reichende Spektrum reiht sich auch der 1953 geborene Grazer Komponist Georg Friedrich Haas mit seiner 1996 für die Bregenzer Festspiele entstandenen Kammeroper «Nacht» ein, die jetzt in Frankfurt...
Früher sprach man gern vom «Fluch der Technik», wenn im Theater etwas schief ging. Hagens Intendant Rainer Friedemann variiert ihn als «der Teufel im PC». Denn erst machte sich bei der Premiere von Alexander Zemlinskys Opernkomödie «Kleider machen Leute» der «klemmende» Computer für die Kulissensteuerung unangenehm bemerkbar, bei der zweiten Vorstellung ging dann...
Händels «Theodora» und Verdis «Falstaff», Berlioz‘ «Bérénice et Bénédict» und Monteverdis «Poppea» – und zum Ende der Saison noch Alban Bergs «Lulu» und Jean-Philippe Rameaus «Les Boréades»: lauter letzte oder späte Werke – eine wahrlich originelle Dramaturgie. Die Straßburg-Mulhouse-Colmarer Opéra national du Rhin kam darauf. Und keineswegs unoriginell auch das...
