Von Pauxerl und Korallen
«Mein Mund soll meines Herzens Bosheit sagen, / Sonst wird mein Herz, verschweig’ ich sie, zerspringen: / Und ehe das geschehe, will ich frei / Und über alles Maß die Zunge brauchen ...» So sagt es Katharina in Shakespeares «Der Widerspenstigen Zähmung»; man hätte sich auch Richard Strauss’ Ehegespons Pauline de Ahna in dieser Rolle vorstellen können.
Ob das Stück zur Lieblingslektüre des Komponisten zählte, und ob er Petruchios Methode für sich verinnerlicht hatte, wissen wir nicht – wenn ja, dann in bayerisch-gemütlicher Eigenart (was etwa in «Intermezzo» nachzuhören ist). «Mei Frau is oft arg ruppig, aber wissen S’, i brauch des», wird er im Booklet des vorliegenden Albums «Pauline – Songs for Richard’s wife» zitiert. Dort kommt auch der Enkel zu Wort, der feststellt, «ohne die Großmama hätte der Großpapa nicht 50 Prozent der Werke geschrieben, die er geschrieben hat». So suchen die Sopranistin Julia Küßwetter und der Pianist Georg Schütz den Ruf der vermeintlichen Xanthippe zu relativieren.
Sie bringen Lieder zu Gehör, die deutlich an der Persönlichkeit seiner Ehefrau geformt sind – darunter natürlich das Opus 27, sein Hochzeitsgeschenk, sowie das «Junghexenlied» op. 39 No. 2, ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Gerhard Persché
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