Ein Denkmal für zwei
Unter den Dokumentarfilmern, die sich für Musik interessieren, nimmt Bruno Monsaingeon einen besonderen Rang ein. Der Franzose ist ausgebildeter Geiger und verkehrt mit Musikern sozusagen in ihrer Sprache. Das hat ihm nicht nur Türen, sondern auch Herzen geöffnet. Monsaingeon interessiert sich für die eher scheuen, oft schwierigen Künstler, die ihren Weg abseits des Medienhypes gemacht haben, ja diesen sogar meiden. Daher gehört es zu seinen größten Verdiensten, den Klaviertitanen Svjatoslav Richter zu einer filmischen Lebensbeichte animiert zu haben.
Auch mit dem gewiss nicht einfacheren Glenn Gould hat er Dokumentationen vorgelegt, die man nicht vergisst, wenn man sie einmal gesehen hat. Seinem Freund und Mentor Yehudi Menuhin sind mehrere Arbeiten gewidmet. Das David-Oistrach-Porträt wurde, über alle Facetten des Geigers und des Geigens hinaus, zu einem Porträt des sowjetischen Künstlers in Stalinismus und Kaltem Krieg schlechthin. Julia Varadys stupende Gesangstechnik und ihr faszinierender Unterricht sind ebenfalls mit der diesem Regisseur eigenen Mischung aus Einfühlsamkeit, Sachkenntnis und Beharrlichkeit festgehalten.
Zum 70. Geburtstag Monsaingeons haben EuroArts und ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Stephan Mösch
Auf seiner Website nennt er sich «Saddo», vom englischen sad. Dabei klingt seine
Lebensgeschichte gar nicht so traurig. Der britische Tenor Christopher Gillett steht seit 35 Jahren auf der Bühne, überall. An der Scala, in Aix, in Los Angeles. In London hat er einst unter Carlos Kleiber gesungen, Rodrigo in Verdis «Otello». Kürzlich half er an der Seite von Diana...
Zumindest an der Monnaie-Oper in Brüssel ist Philippe Boesmans im Olymp der Komponisten angekommen. Seit der Uraufführung von «Au monde» prangt sein Namenszug in goldenen Lettern auf einem Emblem unter der Brüstung der rechten Proszeniumsloge, in bester Gesellschaft der Kollegen Mozart, Monteverdi und Wagner. Die Enthüllung fand nach dem begeisterten...
Nicht schon wieder, möchte man auf den ersten Blick sagen. Nicht schon wieder dem Theater beim Erschaffen der Illusion zusehen müssen. Nicht schon wieder diese Versuchsanordnung zum Thema «Wie fülle ich eine leere Bühne». Aber erstens passt zu einer Oper nach Shakespeare diese elisabethanische Purheit. Zweitens hat Regisseur Michiel Dijkema an diesem Hause schon...
