Fein gesponnen

Desplat: En Silence
Luxemburg | Grand Théâtre | Studio

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Filmmusikkomponisten genießen in der Klassikwelt einen durchwachsenen Ruf. Misstrauen regt sich erst recht, wenn sie ihr Genre verlassen. In der Tat kann das ins Auge gehen, wie unlängst in London, als Lucas Cantor aus musikalischen Partikeln, die ein Smartphone-Programm aus diversen Schubert-Kompositionen destilliert hatte, die zwei fehlenden Sätze zu dessen «Unvollendeter» komponierte. Das Ergebnis war eine süßliche Melange aus Edward Elgar und dem Soundtrack eines heroisch gefärbten Feel-Good-Movies.

In Luxembourg hat sich nun – ungleich bescheidener – Alexandre Desplat an eine Kammeroper in drei Akten gewagt. Desplat ist hochdekoriert, für seine musikalischen Soundtracks hat er unter anderem bereits zwei Oscars kassiert – für die grandiosen Filme «Grand Budapest Hotel» und «Shape of Water» –, beides äußerst gewitzte, virtuos gemachte Partituren, die souverän auf unterschiedlichsten Stil-Klaviaturen spielen.

Für die Kammeroper «En Silence» wählt Desplat nun in jeder Hinsicht reduzierte Mittel. Das von ihm selbst und Solrey (alias Dominique Lemonnier) verfasste Libretto basiert auf einer Novelle des japanischen Nobelpreisträgers Yasunari Kawabata und erzählt von einem ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Regine Müller

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