Vermeiden Sie den Shit-Klick-Faktor!
Vom Teatro alla Scala gibt es die schönen, noch auf die Zeiten Toscaninis zurückgehenden Plakate mit den dekorativen Lorbeerzweigen und dem roten Kreuz des Mailänder Stadtwappens in der Mitte. Mit dem emblematischen Logo waren bis vor Kurzem auch die Eintrittskarten geschmückt. Sie wurden von Hand eingetütet, per Post verschickt und galten bei den Besuchern als Trophäe. Damit ist nun Schluss. Gegen den kundenfreundlichen Einwand des Kartenverkaufsbüros («Die Leute wollen das doch sammeln!») wurden schnöde E-Tickets eingeführt, mit Strichcode, Versand per E-Mail zum Selberausdrucken.
Das spart Kosten und erlaubt obendrein die digitale Kontrolle über die Kundendaten. Der Charme der analogen Welt hat sich überlebt.
Das kleine, aber signifikante Detail illustriert den schwierigen Transformationsprozess, den ein traditionsfestes Opernhaus wie die Scala beim Eintritt in die digitale Ära durchlaufen muss – oft im Kampf gegen eingefahrene Publikumserwartungen und die eigene institutionelle Trägheit. Lanfranco Li Cauli, Marketingchef der Scala, sprach darüber beim Fachtreffen «Re-Imagining Opera for the Digital Age», das vom Internationalen Musik- und Medienzentrum Wien und der Accademia ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Max Nyffeler
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