Zweibahnstraße
Man muss es nicht so drastisch formulieren wie Gerard Mortier. Der Intendant in Brüssel, Salzburg und jetzt in Paris sah sich und seine Kollegen als Täter: «Jahrelang haben wir so genannten Opernintendanten wie die Vampire frisches Lebensblut gesogen aus der Film- und Schauspielregie.» Nicht immer brachten diese Blutübertragungen den erhofften (Über-)Lebenssaft, aber doch oft einen belebenden Schub. Allerdings hält sich die künstlerische Auffrischung eher in Grenzen. Die meisten Filmregisseure verhalten sich im ungewohnten Genre erstaunlich demütig gegenüber dem Werk.
Und filmische Mittel werden eher selten – und noch seltener geglückt – eingesetzt. In jedem Fall bringt der Prominenzfaktor des Filmregisseurs den Opernhäusern zusätzliche Aufmerksamkeit. Dieser hoch willkommene Nebeneffekt verhalf schon vor zwei, drei Jahrzehnten Filmregisseuren wie John Schlesinger oder Otto Preminger zu Opernehren. Wenn allerdings die Oper von Los Angeles gern vom Vorort Hollywood profitiert, dann hat sie dabei nicht nur Filmemacher wie William Friedkin oder Altstar Maximilian Schell im Auge, sondern auch die Geldbörsen betuchter Film-Tycoons, die als Sponsoren verpflichtet werden sollen. Für den ...
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Zur Feier des 80. Geburtstages von Pierre Boulez ist es ein Vergnügen, den «Spiegel» von 1967 (Nr. 40, 25. September) herauszusuchen. Schließlich ging dessen legendärer – einer redaktionellen Überspitzung entsprungener – Interview-Titel «Sprengt die Opernhäuser in die Luft!» in die Musikgeschichte ein. Was Boulez da sagte, ist nicht nur sehr unterhaltsam («Henze...
Herr Eichinger, Sie haben einmal gesagt, der Film sei Ihr Leben. Dass Sie sich auch für die Oper interessieren, war uns bisher nicht geläufig. Woher rührt dieses Interesse?
Wer sich professionell mit Film beschäftigt, muss viel von Musik verstehen. Es geht dabei ja nicht nur um den Soundtrack, sondern um ein Gefühl für Rhythmus. Jede erfolgreiche Filmerzählung hat...
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