«Zurückschalten geht nicht»
Das gesamte Prozedere der Bestellung des neuen Intendanten war ziemlich undurchsichtig. Zunächst sollten Sie sich – sogar auf Wunsch der österreichischen Kulturministerin Claudia Schmied – ebenfalls bewerben, doch dann fanden Sie sich nicht einmal auf der Shortlist der Findungskommission.
Was ich dazu sagen möchte, hat nichts mit meiner Person zu tun, auch nichts mit dem zukünftigen Intendanten, sondern ist etwas Grundsätzliches: Die Art, wie man eine solche Findung vornimmt, ist der Festspiele nicht würdig.
In letzter Konsequenz sollte doch eine solche Findungskommission, die natürlich politisch bestellt wird, nichts anderes als eine Entscheidungshilfe sein, aber sicher nicht ein Gremium, das sich berufen fühlt, einen Generalbefehl zu erteilen. Und ein Kuratorium, also der Aufsichtsrat der Salzburger Festspiele, sollte schon kompetent und souverän genug sein zu sagen: Gut, das ist der Vorschlag; vielleicht haben wir auch noch die eine oder andere Idee, wir werden uns alle Kandidaten anhören und dann entscheiden. Aber so ist es ja nicht gelaufen. Die Frage nach der Qualifikation einer solchen Kommission stellt sich hier schon sehr dringlich. Als Vorsitzende die Intendantin des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Herr Gallo, können Sie uns erklären, warum die großen italienischen Sänger bisher einen Bogen um den Grünen Hügel gemacht haben?
Das liegt allein an der italienischen Gesangsschule, die den Sängern immer eingetrichtert hat, es wäre gefährlich, in einer anderen Sprache als Italienisch zu singen. Noch zu meiner Studienzeit bestand der Unterricht in den Konservatorien...
Die russische Oper vor und neben Glinka und Mussorgsky ist in der westlichen Welt immer noch eine terra incognita. Dabei schlummern in russischen Rundfunkarchiven viele Gesamtaufnahmen von Werken des späten 18. (Paschkewitsch, Fomin, Bortnjanski) und frühen bis mittleren 19. Jahrhunderts (Verstovski, Serov, Napravnik etc.), die die Legende Lügen strafen, es hätte...
Anfang März blickte nicht nur die Wagner-Gemeinde gespannt nach Paris. Günter Krämer heißt der wackre Held, der erstmals seit den sechziger Jahren Wagners Weltendrama an der Opéra in Szene setzen sollte. Wirklich überzeugend geriet der Auftakt zur Tetralogie nicht: Eine Herrengesellschaft in Brustpanzern erklomm da ein Stahlgerüst mit Germania-Schriftzug, Alberichs...
