Zum Lachen tragisch
Schon vor Wagner taugte der Tod zum Happy End. «Manon Lescaut» von Daniel-François-Esprit Auber – die früheste der drei Abbé Prévost-Vertonungen – bekennt sich trotz tödlichem Ausgang zur Opéra comique. Zu Recht! «Comme un doux rêve», wie ein süßer Traum kommt das Ende der leichtlebigen, operndösig verruchten Titelheldin daher. Aber nur bei Auber.
Dass es seither still um seine 44. Oper (von insgesamt 48) wurde, mutet wie eine Rache der Nachfolger an.
«Monsieur Auber», wie Massenet in seiner Autobiografie den «berühmtesten und schaffensfreudigsten unter den Komponisten» nannte, «die damals an der Opéra und Opéra-Comique einen Namen hatten». Gerade der leichte Tonfall, das sprunghaft Überraschende, bildet den Reiz des Werkes, das seit Adelina Patti hauptsächlich als Koloraturquelle angezapft wurde. Die Lach-Arie «C’est l’histoire amoureuse» führten Soprane von Amelita Galli-Curci bis Edita Gruberova gern im Munde. An Studiogesamtaufnahmen existiert lediglich die in die Jahre gekommene EMI-Produktion mit Mady Mesplé (1974).
Man muss diese Musik leicht zu nehmen wissen, mit leichtem Herzen und leichten Füßchen, nicht tragisch aufgeladen, als wäre sie aus der Erinnerung Puccinis heraus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Kai Luehrs-Kaiser
Impressum
57. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752290
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.05.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Nimmermüde
Pfingsten steht Salzburg im Zeichen von Romeo und Julia. Und Festspielchefin Cecilia Bartoli schenkt sich zum 50. Geburtstag eine Mädchenrolle: In Bernsteins «West Side Story» ist sie als Maria zu erleben.
Nimmerschwer
Im Barockfach hat Anna Caterina Antonacci ihre Karriere begonnen. Eigentlich hoffte sie auf die schweren Verdi-Partien. Heute weiß die...
Wer heute im Reich der Toleranz wandelt, dürfte eher Schattengestalten begegnen, wogegen im Land der irrationalen Wut gegenüber Anders-Denkenden/Gläubigen heilloses Gedränge zu herrschen scheint. Wie nähert man sich unter solchen Vorzeichen den Idealen der Aufklärung? Wie zeichnet man Selim, den Pascha, der weise ist wie Lessings Nathan und im Vergeben großherzig?...
