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Zehn Jahre hat Annegret Ritzel das 500-Plätze-Theater in Koblenz geleitet. Nun verabschiedet sie sich mit «Die Walküre».

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Siegmund und Sieglinde finden sich in einem Vorort New Yorks, Wotan ist Ober-Börsianer, die Götter geben die Statthalter einer zerfallenden Luxusgesellschaft, die Walküren flanieren auf dem Catwalk zu Bildern aus Francis Ford Coppolas Kinoklassiker «Apocalypse Now». Zur «Walküre» im Theater der Stadt Koblenz wird viel Bekanntes, aus alten Produktionen Stammendes aufgefahren. Ganz bewusst hat die emsig Regie führende Intendantin Annegret Ritzel (42 Inszenierungen, davon 15 Opern in zehn Jahren) in ihrer jüngsten Arbeit ein Puzzle aus vorhandenen Steinchen ausgelegt.

Und darauf finden sich immer wieder Wagner-Motive. Mit dem «Fliegenden Holländer» war Ritzel in Koblenz angetreten, mit Wagner beendete sie nun ihre Koblenzer Regiekarriere.
Wagner in Koblenz? Dieser Gedanke liegt nicht gerade auf der Hand. Das im klassizistischen Stil erbaute, 1787 mit Mozarts «Entführung» eröffnete Haus war vor Ritzels Intendanz 25 Jahre lang eine Wagner-freie Zone: Kaum 500 Zuschauer fasst der Zuschauerraum, gerade mal 40 Musiker der Orchestergraben. Der Versuchung, trotzdem große Stücke zu riskieren, gab die 1945 geborene Intendantin gern und immer wieder nach – nicht nur zur Freude des örtlichen ...

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Opernwelt Mai 2009
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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