Zeitgefühl der Nachkriegsjahre
Um Heinrich Sutermeister (1910-1996) ist es still geworden. Dabei war der Schweizer in den 40er, 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein bekannter Komponist, dessen Oper «Romeo und Julia» (uraufgeführt 1940 unter Karl Böhm in Dresden, mit Maria Cebotari und alternierend Christel Goltz in der weiblichen Titelrolle) damals über zahlreiche Bühnen ging, und der mit seinem nach Dostojewskijs Roman «Schuld und Sühne» entstandenen «Raskolnikoff» von 1948 genau das zwischen Resignation und Hoffnung angesiedelte Zeitgefühl der Nachkriegsjahre traf.
Hinzu kam eine eingängige Tonsprache, die sich in ihrer tonal ausgerichteten Harmonik bewusst von den um sich greifenden avantgardistischen Strömungen absetzte.
Auf Sutermeisters schnellen Aufstieg folgte ein langsames Vergessen, das auch der 1985 in München uraufgeführte «Roi Bérenger» nicht aufhalten konnte. Bremerhaven erinnerte 1996 noch einmal an «Raskolnikoff». Aber damit wurde keine Renaissance dieser Oper eingeleitet. Jetzt startete der damalige Bremerhavener Intendant Peter Grisebach, mittlerweile ans Schleswig-Holsteinische Landestheater gewechselt, einen erneuten Versuch – mitten in der Krisensituation dieser Bühne: Die Oper ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Gerhart Asche
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