Zauderer, Zuchtmeister, Zauberer

Der 90-jährige György Kurtág weckt neue Hoffnung auf seine Beckett-Oper «Fin de partie»

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Neben der Musikgeschichte der klingenden Tatsachen und ihrer Wirkungen gibt es auch eine «Möglichkeitsgeschichte» des zufällig oder aus innerer Logik nicht zustande Gekommenen. Was, um nur ein Beispiel anzuführen, wenn Wagner sich noch zu einer «Buddha»-Bühnenlegende entschlossen hätte, einer mildfarben westöstlichen Serenität jenseits des «Parsifal»? Vieles blieb ungeschrieben. Leider auch die Musiktheater-Projekte von Pierre Boulez.

György Kurtág, der im Februar seinen 90.

Geburtstag feierte und schon immer langsam, mit Bedacht kleinformatige, pointierte, zum Fragmentarischen neigende Stücke geschrieben hat, ist in unverminderter Kraft mit neuen Hervorbringungen beschäftigt. Dennoch schien es ein gewaltiges Wagnis, als Alexander Pereira im Vorfeld seiner Salzburger Festspielintendanz ihm den Auftrag für eine abendfüllende Oper gab. Von Anfang an galt es dem «Endspiel» von Beckett, und als Uraufführungstermin war der Sommer 2013 avisiert worden. Doch es sieht nicht so aus, als sei das Projekt verloren. Pereira nahm es mit zu seiner neuen Wirkungsstätte, der Mailänder Scala, wo es dereinst noch das Licht der Welt erblicken könnte.

In den Tagen um seinen 90. Geburtstag weilten ...

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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Hans-Klaus Jungheinrich

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