Zandonai: Francesca da Rimini
Die ehemals Fürstbischöfliche Oper in Passau ist mit dreihundertdreißig Plätzen wohl eines der kleinsten öffentlichen Theater der Welt. Und doch bietet das von Stefan Tilch geleitete Haus ein von Händel über Verdi bis zu Strauss und Britten reichendes Programm, das es mit den «Großen» aufnehmen kann. Und jetzt Riccardo Zandonais «Francesca da Rimini», selbstverständlich auch dieses Stück in der Originalsprache! Die Aufführung ist vor allem hörenswert.
Denn mag die Inszenierung des Hausherrn in einem die Bühne verengenden, wenngleich raffiniert mit der Perspektive spielenden Guckkasten (Karlheinz Beer) arg hölzern wirken und symbolisch überfrachtet sein – was aus dem Graben tönt, macht ebenso staunen wie die Sängerin der Titelpartie. Sabine Türner beglaubigt in jedem Takt einen lebendigen Charakter, die Stimme ist bis in höchste Lagen hinein gut fokussiert, sie singt mit kontrollierter Intensität. Von Hause ein Mezzo, hat Sabine Türner bereits dramatische Partien wie Salome, Tosca und sogar die Siegfried-Brünnhilde bereits bewältigt. Karla Bytnarová braucht sich hinter ihrer Bühnenschwester nicht zu verstecken und überrascht mit sicherem Mezzo und schauspielerischem Profil.
Dane ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...
Auch wenn man es ihm nicht sofort anmerkt: Musikalisch ist «Lohengrin» durch und durch ein Werk des Übergangs. Bis zum «Rheingold», wo sich das Motivgewebe radikal und frei ausbreitetet, bleibt ein weiter Weg. Noch kleben die Themen eng an dem, was Wagner später als «quadratische Tonsatz-Konstruktion» verspottete. Noch sind ihre Metamorphosen begrenzt, ihre...
Betrachtet man das spanische Musikleben zwischen dem ausgehenden 18. und dem frühen 19. Jahrhundert, so wurde international unter den einheimischen Akteuren vor allem ein Name wahrgenommen: Manuel García. Die Zeitgenossen schätzten García als Sänger und Komponisten, auf seine herausragende Stellung deutet nicht zuletzt die Tatsache, dass drei seiner Kinder...
