Wurstlprater und Irrenhaus

Schubert: Des Teufels Lustschloss Würzburg / Mainfranken Theater

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Der Opernkomponist Franz Schubert wird es wohl nie zum Repertoirekomponisten schaffen, obwohl immer wieder und teilweise grandiose Aufführungen gelingen. Jetzt nahm sich das Mainfranken Theater Würzburg der frühesten Schubert-Oper an, die – auch das ist typisch – mehr als hundert Jahre auf ihre Uraufführung warten muss­te: «Des Teufels Lustschloss», komponiert 1813/14 auf ein satirisches Lustspiel August von Kotzebues, mit dem der Autor die damals herrschende Mode der Zauber- und Geisterstücke parodierte.

Schubert nahm den ironischen Unterton nicht wahr – oder er wollte ihn nicht wahrnehmen. Er sah in dem Schicksal des Ritters Oswald und dessen Gattin Luitgarde, die von einem wütenden, mit der Heirat nicht einverstandenen Oheim der Frau verfolgt und wüsten Prüfungen unterworfen werden, den Stoff zu einer romantischen Zauberoper, ein Prüfungsritual à la «Zauberflöte». Liebe «einfach» gibt es nicht – das hat speziell in der deutschen Operngeschichte bis zu den «Meistersingern» Tradition.

«Des Teufels Lustschloss» wurde, nach einigen konzertanten Versuchen, anno 1995 von Nikolaus Harnoncourt in Zürich wiederentdeckt (siehe OW 4/1995). Harnoncourt, wie könnte es anders sein, nahm ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Rohde

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