Wozzecks Bruder?

Die Metropolitan Opera New York bricht eine Lanze für Tobias Pickers Dreiser-Oper «An American Tragedy». Matthew Gurewitsch über die Uraufführung, dazu ein Gespräch mit dem Komponisten.

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Sein Glück bei den Frauen ist für Clyde Griffiths der Ruin. Roberta Alden, von ihm geschwängerte Unschuld vom Lande, zwingt ihm ein Eheversprechen ab. Derweil verliebt sich die Industriellentochter Sondra Finchley in ihn. Wem kämen da nicht Mordgedanken? Auf einsamem Waldsee rudernd, bringt Clyde es dann aber doch nicht fertig, seine Braut planmäßig in Ohnmacht zu versetzen und ins Wasser zu stoßen. Praktisch, dass sie von alleine reinfällt. Da reicht es, dass er sie nicht rettet: Problem gelöst. Pech nur, dass Briefe und andere Indi­zien die Polizei direkt zu ihm führen.

Nach einem Schauprozess endet Clyde auf dem elektrischen Stuhl.
Ein solcher Fall hat sich tatsächlich im ersten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts im amerikanischen Bundesstaat New York ereignet. 1925 brachte dann Theodore Dreiser seinen über achthundert Seiten starken Roman «An American Tragedy» heraus, den der Komponist Tobias Picker und der Lib­rettist Gene Scheer nun für die Metropolitan Opera zu guten drei Stunden neo-veristischen Musiktheaters in zwei Akten verarbeitet haben. Es gibt bereits zwei Filmversionen des Stoffs: Die erste (von Dreiser abgelehnte) drehte Josef von Sternberg 1931; bei der zweiten ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Matthew Gurewitsch

Vergriffen
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