Wohin das Denken so treibt
Ehre sei den Provisorien. Ohne die wäre vieles im Laufe der Musikgeschichte gar nicht zustande gekommen. Strawinskys «Histoire du Soldat» beispielsweise. Eine ganze Opernästhetik basierte wortwörtlich auf einer winzigen Behelfsbühne: dem «Nudelbrett» der Darmstädter Orangerie in der überaus kreativen Ära Harro Dicks vor dem Umzug ins neue Staatstheater. Begrenzung kann durchaus zu qualitativer Entgrenzung führen.
Und wie oft wurde bei den Donaueschinger Musiktagen über die Unzulänglichkeiten von Donauhalle A und B, der Baar-Sporthalle – oder in Köln über die des «großen» WDR-Sendesaals (mit 750 Plätzen!) geklagt. Doch welch epochale Uraufführungen und Konzerte haben sich dort unter alles andere als optimalen Bedingungen ereignet! Ja, es gibt gute Gründe, der Beseitigung des Unzulänglichen zu misstrauen. Lange, allzu lange litt das wunderbare Festival im lothringischen Metz unter ungenügenden Räumlichkeiten. Als endlich der prächtige «Arsenal»-Konzertsaal des katalanischen Postmoderne-Stararchitekten Ricardo Bofill zur Verfügung stand, wurden die «Rencontres» bald eingestellt. Man konnte darin einen weiteren Beleg für die These vom neo-Potemkinschen Zeitalter sehen: Gehäuse und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
ARTE
1.11. – 0.30 Uhr
Es wird einmal gewesen sein.
Dokumentarfilm von Anca Miruna Lazarescu über John Cages Musikstück «Organ2/ASLSP».
1./17./25./29.11. – 6.00 Uhr
Garrick Ohlson spielt Chopin: Klavierkonzert Nr. 1.
1.11. – 22.05 Uhr
Janácek: Aus einem Totenhaus.
Aix-en-Provence 2007. Musikalische Leitung: Pierre Boulez, Inszenierung: Patrice Chéreau. Solisten: Olaf Bär,...
Mumbai schwitzt. Selbst um Mitternacht sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit dafür, dass man sich nach besseren Klimaanlagen sehnt. Aber die tropische Hitze ist nicht das Hauptproblem dieser Stadt. Auch nicht der Verkehr, die miserable Luft, der Lärm. Nein, Mumbai, das einmal Bombay hieß, ist einfach zu voll. Mehr als 16 Millionen Menschen leben hier. 2015 werden es nach...
Ein Geist schwebt über den Wassern. Im glitzernden Leibchen scheint Maura Morales aller Erdenschwere enthoben. «Ein Sturm weht», heißt es zuvor in einer Leuchtschrift, der «Engel der Verzweiflung» hängt nicht einfach in den Seilen, sondern stürzt sich wenig später mal kopfüber, mal kopfunter in ein Geschehen, das ihm am Ende nicht unbedingt gut bekommen soll.
Ein...
