Wissen ist Macht
Als ob sie sich nicht längst Muskeln antrainiert hätten. Mit «Aida» zum Beispiel, mit «Tristan», mit dem noch laufenden Belcanto-Zyklus oder mit einem «Rosenkavalier», in dem sich Juliane Banse als Marschallin ausprobierte. Groß denken, das ist für das Landestheater Niederbayern mit seinen Spielstätten Landshut, Passau und Straubing nicht Ausnahme-, sondern eher Normalfall. Ein risikolustiges Team um Stefan Tilch hat sich da gefunden. Der Intendant wurde schließlich durch ein XXL-Theater sozialisiert – als langjähriger Spielleiter an der Bayerischen Staatsoper.
Doch jetzt kommt’s zum Äußersten, zu Wagners «Ring», dem ersten in Niederbayern, wie das Dreistädtehaus selbstironisch ankündigt. In korrekter Stück-Reihenfolge, auf vier Spielzeiten gestreckt, natürlich mit Gästen und teilweise im Exil. Am Giga-Projekt ist nämlich auch das Wetter schuld. 2013 musste nach dem Isar-Hochwasser das Landshuter Theater zur Sanierung geschlossen werden. Das Zelt am Rande des Zentrums bietet einen größeren Rahmen. Und in Passau, wo mit dem Fürstbischöflichen Opernhaus eigentlich eines der schönsten Theater Bayerns steht, weicht Tilch mit Wagner gleich in die Dreiländerhalle aus. «Es geht bei ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Markus Thiel
Das gibt es nicht einmal in der Hauptstadt: Die Berliner Philharmoniker an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit drei Weltklasse-Dirigenten und drei verschiedenen Programmen. Insofern erst mal: Chapeau! Baden-Baden veranstaltete 2019 Osterfestpiele, die über den drögen Repräsentationszirkus, der gleichzeitig in Salzburg stattfand, weit hinausreichten. Dass die...
Abendstimmung am Nilufer. Wellen kräuseln sich, ein Gazeschleier dient als Folie für die Abbildungen altägyptischer Gottheiten und Hieroglyphen, am Horizont klebt eine blutrote Orange. Für Aida sind es die Minuten der Wahrheit. Die äthiopische Königstochter muss sich entscheiden zwischen Liebestod und Sklaverei (wobei ihr Ersteres um einiges plausibler erscheint),...
Die neuen Propheten der Alten Musik? Sie gingen zunächst in England (Trevor Pinnock, Christopher Hogwood), in den Niederlanden (Ton Koopman, Frans Brüggen) und Flandern (Philippe Herreweghe, René Jacobs, die Kuijken-Brüder) ans Werk. Dank eines frankophilen Amerikaners (William Christie) mischten sie auch in der Grande Nation schon früh die Hörgewohnheiten auf...
