Wiedergeburt im Parkhaus
Der Menschenstrom schiebt sich voran, drückt sich durch die Durchfahrt auf das Parkdeck der Deutschen Oper. Flutet wieder auseinander, verteilt sich auf den kargen Holzbänken. Links im Halbdunkel die Rückwand des Verwaltungstrakts, der Bühnenturm, rechts gähnen höhlengleich leere Stellplätze. Vorn das Kulissenmagazin mit den riesigen Stahltoren. Ein breiter Gang, überdacht, von Säulen gefasst, bildet die Bühne; hier sitzt auch das Kammerensemble der Deutschen Oper.
Hinauf führt eine breite Freitreppe, gekrönt von einer schwarzen Skulptur: ein Pyr vielleicht, ein Pinienzapfen, Symbol der Fruchtbarkeit im Dionysos-Kult.
Oben glimmt fahlblau der Abendhimmel; der September zeigt sich gnädig zum Spielzeitauftakt der Deutschen Oper. Drinnen wird noch an der Obermaschinerie gebaut, doch dem Haus ist es gelungen, aus der Not nicht nur das Bestmögliche, sondern etwas richtig Gutes zu machen. Die Open-Air-Kulisse im eigenen Hinterhof erweist sich als ideal für Iannis Xenakis’ «Oresteia» – weil die collagierte Architektur dieses Ortes so gut zu der heterogenen Gestalt des Stücks passt.
Die erste Fassung entstand, als die Bürger der Stadt Ypsilanti im US-Bundesstaat Michigan Anfang der ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff
Der österreichische Komponist Johannes Maria Staud war im Sommer dieses Jahres einer von zwei composers in residence des Lucerne Festivals. Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, nahm dies zum Anlass, einen schon früher erteilten, bisher aber noch nicht realisierten Auftrag zu erneuern. Im September endlich wurde Stauds Oper «Die Antilope» an dem kleinen...
Wenn es Sommer wird, müssen die Bilder weg. Da lächeln in den Foyers des Landestheaters nicht mehr die Ensemblemitglieder von den Wänden, ob aus Oper, Schauspiel oder Ballett. Dann gibt es einen Monat lang andere Fotos zu sehen: aus Antonio Cestis «L’Argia», Francesco Cavallis «Giasone», Antonio Sartorios «Giulio Cesare» oder aus Johann Adolph Hasses «Solimano»....
Zwei der bedeutendsten italienischen Primadonnen des vergangenen Jahrhunderts sind kurz nacheinander verstorben. Beide in einem biblischen Alter von über hundert Jahren – Licia Albanese mit 105 (am 15. August in New York), Magda Olivero mit 104 (am 8. September in Mailand).
Licia Albanese ging als eine der großen Puccini-Sängerinnen ihrer Zeit in die...
