Weg damit?

Zum letzten Mal: Uraufführung beim Carinthischen Sommer

Opernwelt - Logo

In den Medien gelte Kärnten nunmehr  als «Land der Gauner und der Narren», klagte dieser Tage ein in die Politik gewechselter Journalist in einer renommierten Wiener Tageszeitung. Er spielte damit nicht nur auf die alljährlich vor allem die Stammtische erheiternde Fernsehübertragung des «Villacher Fasching» an, eine Art alpenländisches «Mainz, wie es singt und lacht», sondern vor allem auf skrupellose Banken und einen Korruptionssumpf, dessen Umfang sich gerade erst abzuzeichnen beginnt.

Dass man vor diesem Hintergrund nun eine Institution rupft, die zur Zeit als eine der wenigen den Ruf Kärntens positiv in die Welt trägt, ist absurd. Und doch hat die Landesregierung dem Carinthischen Sommer die Subventionen so massiv gekürzt, dass deren Spindel, die szenische Aufführung von Kirchen- bzw. Kammeropern, fürs Nächste ausfallen muss.

Mittelpunkt des seit 1969 zelebrierten Festivals ist eine jener Stätten, an denen der liebe Gott wohl einen Schreibtisch stehen hat: das Stift Ossiach, an einem der romantischen Kärntner Seen gelegen, und seine kleine, gleichwohl prachtvolle barocke Stiftskirche. Am 25. Juni 1969, wenige Tage vor seinem Tod im nahen Villach, gab Wilhelm Backhaus dort ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Aus der Balance

Die «Elektra»-Musik ist die modernste und kühnste, die Richard Strauss je komponiert hat. Kreischende Dissonanzen, schlingernde Polytonalität. Das Orchester fährt pausenlos Achterbahn, wenn es alle Herausforderungen meistert. Zu den während der letzten beiden Jahrzehnte produzierten CD-Einspielungen zählen die von Daniel Barenboim (1994), Giuseppe Sinopoli (1995)...

Lohn der Keuschheit

«Diabolus in musica» lautete im Sommer 2005 die Losung für das seit 1990 alljährlich in der Emilia Romagna stattfindende Ravenna Festival. Damals dirigierte Riccardo Muti eine konzertante Version von Hindemiths Einakter «Sancta Susanna», gepaart mit Beethovens Violinkonzert op. 61, der Solist war Vadim Repin. Die 23. Saison stand nun unter einem aus Hindemiths...

Blauweiß karierte Charmeoffensive

So stellen sich die Bayern ihren weiß-blauen Himmel eben vor: als allerliebreizendstes Barockputten-Paradies, in das man freilich bei Ablauf der Lebensfrist nicht unbedingt berufen werden will. Man kann ja schließlich auch Gevatter Tod, hier Boandlkramer genannt, mit «Kerschgeist» beim Karteln unter den Tisch saufen. «Der Brandner Kasper», nach Franz von Kobells...