Was heißt Stimmband?
Unser Stimmklang wird durch die perfekte Koordination von Atmungs-, Kehlkopf- und Artikulationsbewegungen erzeugt, Bewegungen, die zu den komplexesten gehören, zu denen der Mensch fähig ist. Und doch hat die Tonproduktion ein physiologisches Zentrum, das oft mit der gesamten Stimme gleichgesetzt wird: die Stimmbänder, die physiologisch zutreffender eigentlich Stimmlippen heißen und den Ort bezeichnen, an dem der «Grundschall der Stimme»1 entsteht. Über die existenzielle Bedeutung dieses Organs für Sänger wurde in den letzten Jahren auch in der Öffentlichkeit viel berichtet.
Die Krankheitsgeschichte des Tenors Rolando Villazón ist lediglich einer der prominentesten Fälle und steht stellvertretend für die zahlreichen Gefährdungen, denen Sänger ausgesetzt sind, auch solche aus dem Bereich der Popmusik, wie die in den einschlägigen Medien zum Hauptthema erhobene Operation des «Tokio Hotel»-Stars Bill Kaulitz zeigt.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war das Prinzip der Tonproduktion der menschlichen Stimme nicht bekannt. In Anlehnung an antike Quellen und deren Fortschreibung bis in die frühe Neuzeit wurde die Entstehung menschlicher Töne mit der Tonproduktion von Blasinstrumenten ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Serie – Grundbegriffe Gesang, Seite 48
von Bernhard Richter, Thomas Seedorf
Die französische Übersetzung des deutschen Titels klingt ungemein pompös: «Grandeur et Décadence de la ville de Mahagonny». Grandeur, Décadence, man könnte denken, es handle sich um den Untergang eines Adelsgeschlechts oder das Ende des napoleonischen Staates. Stimmt aber nicht. Am Théâtre du Capitol in Toulouse ist das bekannte Stück von Brecht und Weill zu sehen,...
Der schädigende Zwischenruf kommt aus dem recht schütter besetzten Block H. «Mikro, Rolando», schallt eine energische Frauenstimme quer durch die Berliner Philharmonie. Und leider bleibt sie nicht einsam, diese Stimme. Mehrere Besucher, die neben ihr sitzen, schließen sich der verbalen Protestresolution an und sorgen damit für einen etwas zu langen Augenblick jenes...
Seltsamer Fall: Auf der Jahrespressekonferenz der Komischen Oper Berlin war Intendant Andreas Homoki gefragt worden, was ihn geritten habe, ausgerechnet den prononcierten Dekonstrukteur Sebastian Baumgarten mit der Neuinszenierung des Singspiels «Im Weißen Rössl» von Ralph Benatzky zu betrauen. Prompt wurde Baumgarten zahm. Die gut aufgenommene Premiere ist nicht...
