Wandern mit Wagner
Seit Jahrhunderten ist der Gotthard zentrale Verbindung durch die Alpen in Richtung Süden. Heute gehört der dortige Tunnel zu den Selbstverständlichkeiten von Millionen Urlaubern. Schlagzeilen darüber gibt es nur selten, es sei denn ein Unfall löst, wie 2001 Brände aus. Damals starben elf Menschen. In früheren Zeiten, als an einen Tunnel noch nicht zu denken war, bedeutete die Überquerung des Gotthard ein durchweg gefährliches Unternehmen. Goethe hat es dreimal auf sich genommen. Und noch Mitte des 19.
Jahrunderts waren kleine Schlitten mit zwei Menschen die Regel, weil sie auf Unwägbarkeiten schneller reagieren konnten. Minus 25 Grad waren keine Seltenheit.
Richard Wagner, dem es an Mut nie mangelte, fuhr 1859 über den Gotthard. Er kam aus Venedig, wo er am «Tristan» gearbeitet hatte, besuchte die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore, die er liebte (besonders die Isola Bella, die er vielmal in seinem Leben besuchte und seinen beiden Ehefrauen zeigte). Überhaupt war Wagner viel in den Bergen unterwegs. Sie bedeuteten ihm nicht nur physisches Wohlbefinden, sondern inspirierten und stimulierten auch seine künstlerische Fantasie. Viele Szenen des «Ring» wären ohne seine ...
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