Vorher, nachher
Seit 2016 zeigt die wiederhergestellte New York City Opera im «Pride»-Monat Juni thematisch passende Bühnenwerke. Dieses Jahr feierte die LGBTQ-Szene mit mannigfaltigen Veranstaltungen den 50. Jahrestag des Aufstands gegen gesetzliche Diskriminierung und Polizeiverfolgung bei einer Razzia in der «Stonewall»-Bar – und die NYCO beteiligte sich mit zwei zeitgenössischen Stücken. Auf dem Programm standen Laura Kaminskys «As One» und die Uraufführung von Iain Bells «Stonewall».
«As One», eine Kammeroper über eine Geschlechtsumwandlung, wurde seit ihrer Premiere 2014 schon mehrfach nachgespielt. Das Libretto stammt von Mark Campbell und Transfrau Kimberley Reid, die auch das zugehörige Videomaterial erstellte. Während die Uraufführungsserie an der Brooklyn Academy of Music bleibenden Eindruck hinterließ, wirkt das Stück fünf Jahre später fast ein wenig altmodisch. Der Diskurs hat sich weiterentwickelt, Trumps aggressive Politik schärft das Gespür – plötzlich fehlen dem Libretto Bedeutung und Zwischentöne. Auffällig auch die Tendenz zu Wiederholungen in Kaminskys an sich gefälliger Partitur.
Zu sehen ist in der Merkin Hall des Kaufman Music Center eine Gast-Inszenierung der Chautauqua ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Panorama, Seite 64
von David Shengold
Es hätte so schön sein können. Ein Wiedersehen mit seiner Geburtsstadt, ein tolles Stück, ein hervorragender Cast. Als Christoph von Dohnányi sich aber mit den Details der «Salome»-Inszenierung von Hans Neuenfels an der Berliner Staatsoper vertraut machte, warf er, kurz vor der Premiere im März 2018, das Handtuch – wegen «künstlerischer Differenzen». Ein...
Antonio Salieris «Tarare» ist ein veritabler Opernsolitär – zu einer Zeit, als das Musiktheater noch weitgehend normierte, standardisierte Konfektionsware bot. Anders als bei Mozarts oder Paisiellos Vertonungen von Beaumarchais’ beiden «Figaro»-Schauspielen handelt es sich bei dem 1787 an der Pariser Opéra uraufgeführten Werk um ein Originallibretto des...
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