Vom Staube befreit

Siena, Spoleto, Vivaldi:L'Atenaide, Vivaldi: Ercole sul Termodonte

Opernwelt - Logo

Antonio Vivaldi ist, trotz eifriger Arbeit der Plattenfirmen, noch immer der bekannteste Unbekannte der italienischen Operngeschichte. Nun wurden bei Musikfes­tivals in Siena und Spoleto gleich zwei der über vierzig Opern des prete rosso aus dem Staub der Archive gezogen: «L’Atenaide» und ­«Ercole sul Termodonte».
Der geniale Geigenvirtuose und Komponist wurde nach seinem Tod 1741 von seinem einst so begeisterten Publikum sofort gründlich vergessen.

In jener musikbesessenen Zeit verlangten die Opernbesucher stets nach neuer Stimmakrobatik und ungehörten ­Melodien, unser heutiges Repertoiretheater mit seinen repe­tierenden Spielplänen war ihnen fremd. Nach der abenteuerlichen Wiederentdeckung von Vivaldis Partituren in einem piemontesischen Kloster (1926), begann eine sehr zaghafte Renaissance, die sich über fünfzig Jahre hauptsächlich auf seine Instrumentalwerke beschränkte und an den «Quattro Stagioni» regelrecht festbiss: ­Allein während der letzten fünf Jahre registrierte das Bulletin des Vivaldi-Instituts an die achtzig unterschiedliche Aufnahmen aus aller Welt – von Südamerika über China bis Ungarn.
So weist auch die Accademia Musicale aus Siena, die diesen Sommer Vivaldis ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Panorama, Seite 65
von Birgit Pauls

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fünf aus zweiundzwanzig

Die Idee, im Mozart-Jubiläumsjahr 2006  bei den Salzburger Festspielen alle zweiundzwanzig Bühnenwerke des Komponisten zu zeigen, kam dem Künstlerischen Leiter Peter Ruzicka angeblich schon vor seinem Arbeitsbeginn an der Salzach. Jetzt ist es so weit. «Mozart 22», wie das über­all sichtbare Signet verkündet, läuft wie geplant. Bei Redaktionsschluss dieser...

Himmelwärts

Worte nützen gar nichts. Auch das verzückte Gesicht des jungen Dirigenten bleibt wirkungslos. Das Hauptthema im ersten Satz von Mendelssohns «schottischer» Symphonie kommt einfach nicht in Form. Es schaukelt unentschlossen zwischen den Taktstrichen. Kein Drive, kein Ziel, kein Ausdruck. Was tun? Die Blicke einiger Orchestermusiker richten sich verstohlen ins...

Geschlechterkampf im Stiegenhaus

Wenn der ewig neugierige Nikolaus Harnoncourt und der ungewöhnlich rasch in die Spitze aufgestiegene Regisseur Claus Guth sich eines Werkes annehmen, darf man alles erwarten, nur keine Routineaufführung. Die Herausforderung wächst umso mehr, je reprä­senta­tiver der Ort der Präsentation ist, und welcher Ort wäre für Mozart angemessener als Salzburg mit seinen...