Vom ersten Schrei bis zum letzten Ton
Wer vieles bringt», sagt der Theaterdirektor in Goethes «Faust»-Vorspiel, «wird manchem etwas bringen; und jeder geht zufrieden aus dem Haus. Gebt ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken. Solch ein Ragout, es muss euch glücken.» Das Stück heißt «Die Stimme», und es verspricht viel, zielt im Grunde auf alles, was die vox humana betrifft: «Grundlagen – Künstlerische Praxis – Gesunderhaltung». Vorgelegt hat es Bernhard Richter, Leiter des Instituts für Musikermedizin an der Hochschule für Musik Freiburg.
Munden soll das «Ragout» (um in der Sprache des Theaterdirektors zu bleiben) allen, die sich mit der menschlichen Stimme beschäftigen: Phoniatern und Pädaudiologen, Gesangslehrern und Sprecherziehern, Sängern, Kritikern und Melomanen.
Nach einem Presto-Galopp durch die Stimmhistorie geht es in zehn Kapiteln um physiologische Grundlagen, Methoden zur Darstellung, Analyse und Beurteilung von Stimmen, um Stimmakustik, Stimmarten, -gattungen und -fächer, um Stimmregister, um Stimmphysiologie in der Ausbildung von Sängern und Schauspielern, um psychologische Aspekte der Ausbildung, Dysodie (Stimmstörungen), die Lebenskurve der Stimme sowie ihre Pflege und Hygiene. Das Buch behandelt ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Jürgen Kesting
Bei einem Großformat wie «Parsifal» summieren sich künstlerische Entscheidungen zu ansehnlicher Lebenszeit: Was Pierre Boulez 1970 in gut dreieinhalb Stunden verhandelte, dafür ließ sich James Levine 1990 eine geschlagene Stunde mehr Zeit. Von Richard Strauss stammt das Bonmot, der Meister habe «Parsifal» schon sehr langsam komponiert, dazu brauche man nicht durchs...
Nicht nur durch ihre Liebeskünste wusste Madame Pompadour Louis XV. zu fesseln, sie sorgte sich auch um seine geistige Erbauung. Deshalb gab sie bei Jean-Philippe Rameau eine Opéra-ballet in Auftrag, die 1748 in ihrem Privattheaterchen zur Aufführung gelangte, mit ihr selbst in der Rolle der Venus. Neun Jahre später arbeitete Rameau, mittlerweile ein alter Mann,...
Nicola Antonio Porpora komponierte die Serenade «Gli orti esperidi» 1721 als Geburtstagsgruß an Kaiserin Elisabeth Christine von Wolfenbüttel, deren Gatte Karl VI. u. a. über das Königreich Neapel herrschte. Die Geschichte dazu lieferte der blutjunge Librettist Pietro Metastasio: In Begleitung ihres Geliebten Adonis steigt Venus hinab in den Garten der Hesperiden,...
